Die Entstehung des 1. Karnevalsmuseums in Westfalen

 Museums und Vereinsgründer Ehrensenator und Ehrenbaas Willy Eichel

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Die vielen karnevalistischen Veranstaltungen in meinem Elternhaus der alten Gaststätte Brauhaus Leppers in Hals, später Sängerklause Eichel, brachten zwangsläufig Liegengebliebenes von diesen Festivitäten.

So fand ich als Junge von 5 Jahren auf unserer Bodenkammer alte Postkarten aus dem 1.Weltkrieg und Sonstiges, auch bunte alte Notenhefte - Luftschlangen - Karnevalsmützen - Pritschen - Masken und Hefte. Irgendwie hatten es mir diese Artikel angetan und schon bald hatte ich einen großen Persilkarton, gefüllt mit den ersten Sammlerstücken des Münsterischen Karnevals.

In den damalig erschienenen Illustrierten "Der Feuerreiter" - "Die Gartenlaube" - "Deutsche Illustrierte Zeitung" - "Illustrierter Anzeiger" usw. Zeitschriften die in unserer Gaststätte auslagen, waren in Abständen immer wieder Bilder vom Karneval, die ab da das Objekt meiner Begierde wurden.

So brachte mir meine Tante eines Tages von unserem Boden einen Karton mit, in dem sich alle erschienenen Exemplare des Münsterischen Potthast befanden. Lesen konnte ich noch nicht, aber ich hatte meine eigenen echten Zeitungen mit Witzbildern.

Unsere Stammgäste, von denen ein großer Teil in Karnevalsgesellschaften aktiv war, so Eduard Hagedorn, Bernhard Zander, Kittken Wagner in der KG Freudenthal, Seppel Böger , Heinz Terwege, KG Wiedertäufer und viele mehr, amüsierte meine Sammelleidenschaft und sie halfen fleißig mit, das Ein oder Andere beizusteuern.

Bald mussten für diese Dinge ein Koffer her, und das wurde jener besagte Koffer, von dem ich so oft geschrieben habe, das ihn meine Mutter während meiner Soldaten- und Kriegszeit immer mit in den Luftschutzbunker genommen hatte.

Einigermaßen heil aus dem Krieg zurück, wurde mit Beginn meiner karnevalistischen Tätigkeit jetzt gesammelt, denn mein Wunschtraum war es, einmal das 1.Westfälische Karnevalsmuseum für meine Vaterstadt Münster zu errichten.

Im Jahre 1974 wurde anlässlich des im Mühlenhof stattfindenden Tennengerichts in Gespräch mit meinem Freund Theo Breider geführt, der mir die oberen Räume des Gräftenhofes für das 1. Karnevalsmuseum zur Verfügung stellen wollte. Hier sollte das 1. Westfälische Karnevalsmuseum entstehen.

Durch den im Jahre 1975 mit dem Besitzer des Schlosses Hohenfeld, Baron Freiherr von Kerkering zur Borg geschlossenen Pachtvertrag kam die Gesellschaft zu einem eigenen Clubhaus, indem ich jetzt meine schon lange gehegte Vorstellung im kleinen Rahmen verwirklichen konnte.

Der Hauptgrund bestand aber darin, dass dadurch die Gesellschaft die so dringend benötigte Gemeinnützigkeit erlangte.

Der größte Teil setzte sich im Anfang aus meinen Leihgaben zusammen. Danach kamen auch die ersten Karnevalisten und Freunde, die dieses Werk unterstützten..

Mit dem Auszug aus dem Spieker bei Schloß Hohenfeld im Jahre 1986 und der Errichtung des neuen großen Paohlbürgerhofes wurde dieses 1. Karnevalsmuseum in Westfalen dort in der jetzt gültigen Form von dem im Rahmen einer ABM tätigen Herrn Norbert Hinzke, Frau Josefa Hermesmeier, Frau Joschi Bragulla und mir aus Leihgaben und Spenden erstellt. Besondere Unterstützung erhielt ich durch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Werner Pierchalla und den Museumsdirektor der Stadt Münster Hans Galen.

Frau Josefa Hermesmeier erhielt für Ihre enorme Arbeit auf sozialkulturellem Gebiet insbesondere  für das Museum 1997 das Bundesverdienstkreuz.

Dieses Museum wurde von mir für die Stadt Münster errichtet und hatte mit der KG Paohlbürger nur insoweit etwas zu tun, als es sich aus Gründen der Gemeinnützigkeit für die KG in dem von mir erbauten Paohlbürgerhof befand. Erst kurz vor dem Tod meines Freundes Theo Breider war eine Verlegung vom Paohlbürgerhof in das Freilichtmuseum am Aasee erwogen worden. Die Gründe waren vielschichtig, der Hauptgrund bestand darin, dass es bereits wieder zu klein wurde. Das Karnevalsmuseum und die Begegnungsstätte für Brauchtumspflege besteht in der von mir geschaffenen Form heute nicht mehr. Vom Tagungsbüro des Museums wurden unter meiner Führung  Monatlich durchschnittlich 180-200 Institute und Vereine angeschrieben und eingeladen. Unsere Besucherzahl lag im durchschnitt bei 20. bis 25.000 Besucher im Jahr. Dieses ist in der von uns gebrachten Form auch nicht mehr möglich. Von der Museumsführung bis zur Bewirtung ist von der neuen Vereinsführung auch niemand in der Lage den gestellten Anforderungen gerecht zu werden.   Heute gibt der unter meiner Vereinsführung tätig gewesene Schriftführer Harry Schild, der außer einer langjährigen Mitgliedschaft keinerlei Verdienste hat, dieses Museum als sein Lebenswerk aus . Des weiteren sind auch von seiten der Stadt Münster keinerlei Gelder als Unterstützung für diese großartige Leistung gekommen. Bei der Beschaffung vieler Exponate sind von mir Tausende von Kilometer gefahren worden deren Kosten ganz von mir getragen wurden . Alle im Museum gezeichten   Stahlstiche, Schriften, Zeitungen und Hefte sind Kopien die Originale sind in meinem Besitz.  

Die neue Vereinsführung ist heute dabei dieses alte urwüchsige Gebäude zur Gaststätte umzufunktionieren. Das Museum ist dabei im Wege. Es bestehen hier bereits Vorstellungen diese wertvollen Teile in den Bodenteil des Schuppen aus zu lagern. Bis zum Jahre 1995 wurde das Museum jährlich von 35.000 Besuchern bei steigender Tendenz besucht und war in allen Europäischen Museumsführern vertreten. Heute finden nach einer Auslagerung in die Nebengebäude so gut wie keine Besuche mehr statt.

Dieser oben aufgeführte Hinweis war bis zum Jahre 1995 auf  beiden Seiten des Museums angebracht und wurde wie viele andere Hinweise auf meine Leistung, von den neuen Leuten des Vorstandes entfernt .

 

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Willy Eichel

Gründer der KG Paohlbürger - Gründer des 1. Karnevalsmuseums in Westfalen