Die Entstehung der 

großen Seniorentage 

  "An einem Tag im Mai"   

             

         Generalmajor J.  Remberg                         Oberstleutnant O. Fabry                   Vörnste Baas W.  Eichel 

                                                                                                                                

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Der unselige Krieg, der mich verwundet, aber sonst heil nach Hause kommen ließ, sah mich nach kurzer Zeit schon wieder als Pianist im Einsatz bei englischen Einheiten. Ich entging somit einer Verpflichtung in den Bergbau nach Bochum. Langsam und kontinuierlich baute ich meine Big Band auf. Mit zunächst vier, dann sechs und später vierzehn zeitweilig sechzehn Musikern war ich in der Britisch Amerikanischen Zone unterwegs.

Eine Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte. Viele Freundschaften, die ich zur damaligen Zeit geschlossen habe, halten heute noch. Mit dem Näher kommen der Währungsreform war auch für mich der Zeitpunkt da, wieder in meinen erlernten Beruf als Kaufmann zurückzugehen.

Da mich die Musik aber nie ganz losgelassen hatte, folgte ich schon bald dem Ruf eines bekannten vom DRK, der mich für Unterhaltungsabende in die neu entstandenen Mütterkurheime holte. Es waren kostenlose Abende, denn Geld war für solche Zwecke nicht vorhanden.  Von Anfang an war es mir gelungen, einige gute Musiker aus meiner Big Band für diese Sache zu gewinnen. Da diese Musiker fast ausschließlich auch gesangliche oder humoristische Künstler waren, bereiteten wir diesen Kriegsmüttern unvergesslich schöne Stunden. Von meiner Mutter zur Hilfsbereitschaft allen Kranken, Behinderten und Hilfsbedürftigen gegenüber erzogen, konnte ich auch nicht nein sagen, als der Ruf des Altenheimes Klarastift in Münster durch eine Katholische Schwester an mich herangetragen wurde, auch zu ihnen zu kommen. So waren meine Musiker, Freunde und ich monatlich dreimal in Sachen Senioren, Kranken- und Behindertenbetreuung tätig. Zunächst war ich zur Karnevalszeit hin und wieder mit meiner damaligen Karnevalsgesellschaft NZA und später mit der von mir gegründeten "Narrengarde Paohlbürger" unterwegs, heute darf ich mich  bei meinen Freunden und Musikern, die mich über 20 Jahre 3 mal monatlich kostenlos unterstützt haben, noch mal herzlich bedanken.

Im Jahre 1972 machte ich den Generalmajor Josef Remberg zum Ehrensenator unserer Gesellschaft, der vor dem Tennengericht dazu verurteilt wurde, jedes Jahr einen Sturm auf den Luftgau zuzulassen. Schon bei dem ersten Sturm war ich mit dem wohl wichtigsten Mann des Unternehmens zusammen gekommen, Oberstleutnant Ottomar Fabry, Chef des Luftwaffenmusikkorps III. Noch an diesem Abend wurde der Grundstein für die kommenden Altennachmittage unter dem Motto "An einem Tag im Mai " gelegt. So betrieb ich neben dem Bau des ersten Clubhauses unserer Gesellschaft den Spieker bei Schloß Hohenfeld, die Großveranstaltung für unsere Seniorinnen und Senioren. Keine einfache Sache.

        

         Hans Schweifer           OB.Dr.Werner Pierchalla                  Heribert Büscher                   Ferdy Schade

     Die erste Veranstaltung, die ein großes Wunschkonzert vorsah, wurde ab da in der gesamten Abwicklung von den Pebüso-Betonwerken Heribert Büscher übernommen. Hans Schweifer, Vizepräsident im Ehrensenat, sorgte für die Hallenbürgschaft. Die anfallenden Kosten von 25.000.- wurden von dem damaligen Oberbürgermeister und Ehrensenator  Dr. Werner Pierchalla, dem Sparkassendirektor und Ehrensenator Ferdy Schade und dem Fabrikanten und Ehrensenator Heribert Büscher übernommen. Der erste Nachmittag wurde zu einem überwältigenden Erfolg. 5000 Alte, Kranke und Behinderte erlebten ihr Wunschkonzert mit einer Begeisterung, die seinesgleichen sucht. Die Ansage dieser Nachmittage lag in den Händen meines Freundes und Mitgründers Norbert Zellerhoff , Harry Gooyer und mir. Aber auch unsere Akteure sollen auf keinen Fall vergessen werden. Auf sie komme ich in dem Sonderbericht "die Akteure der Paohlbürger" noch zu sprechen. Des weiteren waren es unsere Ehrensenatoren Heinrich Lohmann, Chef des Hauses Leckerland, der Weingutbesitzer Heinrich Grünnewald, Bingen und der Blumen Im & Exporteur,der Großhändler Harry Gooyer, die mit Spenden die Besucher erfreuten. So wurden diese jährlichen Nachmittage für unsere Besucher zum einmaligen Erlebnis. Nicht zu vergessen sei auch der von unserem Ehrensenator Bankdirektor Ferdy Schade gesponserte Jubiläumsnachmittag mit Internationalen Künstlern. Mit der Fertigstellung des Kongreßsaales wurden diese Nachmittage in denselben verlegt und zusätzlich ein Nachmittag während der Karnevalszeit als Galasitzung veranstaltet. Der Hauptgrund lag in den immensen Kosten die für diese Veranstaltung in der Halle zu Buche schlugen. So war allein an die Stadt Münster für Hallenmiete und Kaffee, Riesen Beträge zu zahlen. Eine Sozialveranstaltung die insgesamt 25.000.- DM kostete. Gelder die jedes Jahr von mir zusammen gebettelt werden mussten . Die Bedienung wurde in all den Jahren von unseren Frauen des Vorstandes und fleißigen Helferinnen des DRK übernommen. Ein kleines Danke schön für die kostenlosen bunten Abende der Akteure und mir in den Mütterkurheimen.

Aber es gab auch die Frau unseres  Schriftführers die nie zum Helfen gekommen ist. Sie war Friseuse in einem Salon in dem meine Frau Kunde war und hatte ihr bei einem Besuch quer durch den Salon zugerufen: "Wenn dein Mann Häuser baut und alte Leute unterhalten will ,muss er auch sehen wie er Leute bekommt die das machen , mein Mann und ich wir haben dafür keine Zeit. Sie sind auch beide nie gekommen. Später benutzten  2 Herren des Vorstandes diese Veranstaltung um auf der Woge dieses Erfolges das BVK für sich zu beantragen. Den Frauen aber, die in all den Jahren diese große Sache so hervorragend unterstützt haben, sage ich noch mal Danke. Der größte Dank aber gilt wohl meinem Freund Oberstleutnant Ottomar Fabry, dem Chef des Luftwaffenmusikkorps III.

Die immer schlechter werdende allgemeine geschäftliche Entwicklung machte auch vor den enormen Kosten und den nicht mehr zur Verfügung stehenden Geldern nicht halt. Ich bekam die dafür erforderlichen Spenden in dieser Größenordnung nicht mehr zusammen. So ergab sich rechtzeitig mit der Fertigstellung des zweiten von mir gebauten größeren Paohlbürgerhofes eine Ausweichmöglichkeit. Zwar kleiner, aber gemütlicher und mit vier Nachmittagen konnten die meisten Nachfragen zufrieden gestellt werden. 

Lassen Sie mich mit dem Refrain aus meinem Lied für Senioren schließen:

Ein alter Mensch ist dankbar für ein liebes Wort,

ein alter Mensch wird jeder, ich und Du

ein alter Mensch, den tragen oft die Träume fort

an Kindheit, Liebe, erstes Rendezvous

ein alter Mensch braucht vielmehr als Dein Mitgefühl,

ein alter Mensch braucht Liebe und viel Herz,

wend` dich ihm zu, der Lebensherbst wird meistens kühl,

denn Herzenswärme lindert jeden Schmerz.

                                                              Willy Eichel

 

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