Die              Galasitzungen                                                                                                                                        

Das schöne Bühnenbild welches von unseren PR Leuten Anton Tippkötter und Reinhold Bogatzki  unter Mithilfe von Hilfskräften fertiggestellt wurde. Die Krummestraße in Alt Ludgeri das Brauhaus "Lepper`s in Hals - Gasthaus "Sängerklause-Eichel" 

     

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Mit dem stetigen Anwachsen unserer Gesellschaft und bedingt durch den steigenden Besuch der Galasitzungen erfolgte schon ein Jahr nach der Gründung der Sprung vom Vereinslokal "Hotel Reichshof" in die Gaststätte "Aegidiihof", Aegidiistraße.

Die Gasträume, die zwar in etwa schon karnevalistische Dekorationen aufwiesen, genügten jedoch schon bald nicht mehr unseren Vorstellungen. Mit meinem Arbeitskollegen dem Dekorationsmaler der Fa. Theodor Althoff - Reinhold Bogatzki hatte ich den richtigen Mann gefunden, der mir mit seinem großartigen Können zur Verfügung stand. Ab da standen die jährlichen Galasitzungen immer unter einem besonderen Motto. Unvergessen ist die Prunksitzung, die unter der Flagge "Ein Abend am Hofe des Sultans von Paolanien" stattfand und 2 Jahre später nach dem Sprung in den Zoosaal des großen Erfolges wegen wiederholt wurde. Für diese Sitzung brachte die Teppichabteilung des Hauses Theodor Althoff, später Fa.Rudolf Karstadt Ausstellungsstücke von beträchtlichem Wert auf die Bühne. Mein kleiner Büttpartner Hans Jürgen Gartzke spielte den Sultan in einer Perfektion, die seinesgleichen sucht. Sein baumlanger Haremswächter, gespielt von unserem aktiven Dieter Wemhöner, war genau der richtige Kontrast.

Ab da war es Reinhold Bogatzki, der jedes Jahr für die richtige Bühnendekoration sorgte und auch unsere Orden sowie die jährlichen Deckblätter der Vereinshefte entwarf.

  Durch die Unterstützung der Pebüso-Betonwerke Heribert Büscher wurde der Kartenverkauf großzügig unterstützt. Hier ist insbesondere dem Prokuristen und Vizepräsidenten des Ehrensenats Hans Schweifer Dank zu sagen. So haben sich unsere Akteure und die Vorstandsmitglieder  in all den Jahren keine einzige Karte für ihre Frauen zu unseren Sitzungen kaufen müssen .

Dieser glücklichen Kombination war es auch zu verdanken, daß unsere Gesellschaft nach zwei mit der Karnevalsgesellschaft "Böse Geister" veranstalteten Gemeinschaftssitzungen den Sprung in die Halle Münsterland wagte. Als erste Karnevalsgesellschaft waren es die Paohlbürger, die es zustande brachten, die Riesenhalle mit 3000 Närrinnen und Narren zu füllen. Das jetzt ein vollkommen neues Bühnenbild geschaffen werden musste, versteht sich von selbst. Unvergesslich sind in diesem Zusammenhang die Sitzungen mit dem ADAC  und dem Campingclub Münster mit ihrem Vorsitzenden Thomas Heitkämper .Hier war es Werner Jacobs der damals als 2.Vorsitzender für die richtige Dekoration sorgte, in Verbindung mit unseren Mitglied, dem Künstler Reinhold Bogatzki verwandelte er den damaligen Weißen Saal  in einen Campingplatz mit Zelten und allem drum und dran. Diese Sitzung hatte nur einen Nachteil , keiner der Besucher wollte so recht nach Hause. Unter dem damaligen  Motto:"Da lachste dich kaputt das nennt man Camping" eine mehr als gelungene Veranstaltung . Die gesamte Dekoration der Bühne mit dem Prinzipalmarkt wurde von unserem Mitglied Gustav Elfering gemacht  

Die Hallenmiete und sonstigen Kosten für diese Veranstaltung konnten nur dadurch aufgefangen werden, daß uns ein einmalig großes und gutes Akteursprogramm zur Verfügung stand. Siehe auch den Sonderbericht die "Akteure der Paohlbürger". Dadurch wurde es möglich, jedes Jahr zur großen Galasitzung eine der Spitzencorps des Kölner Karnevals zu verpflichten. So wurde es wahr, das wir erstmals das Tanzcorps der "Kölner Funkenartillerie" genannt "Blauen Funken" mit über 100 Funken auf der Bühne hatten. Danach waren in wechselnder Folge immer großartige Rheinische Attraktionen auf den jährlichen Galasitzungen. Ob "Rote Funken Köln", "Altstätter Köln", "Treue Husaren Köln", "Prinzengarde Krefeld", "Die Spitzengruppe im Schautanz Leverkusener Husaren", die "Prinzengarde Opladen" usw., wir boten unseren Besuchern von Anfang an Spitzenprogramme, wie sie sonst keine Gesellschaft in Münster bringen konnte. Das war auch der Grund, welcher uns, insbesondere aber mir, den Ruf eines Abweichlers vom Münsterischen Karneval und deren Gesellschaften einbrachte. Durch meine langjährige Tätigkeit als Büttenredner und Musiker mit meinem Quartett war ich Spitzenprogramme im Karneval gewohnt und habe das in der von mir gegründeten Gesellschaft ebenso praktiziert. Sicherlich gab es in Münster den einen oder anderen Spitzenbüttenredner oder Sänger, aber die hatten wir in unserer Gesellschaft auch.

Steigende Kosten, aber auch die unattraktive Halle Münsterland mit ihrem unpersönlichen Flair ließen uns bald nach Fertigstellung in den neuen Kongresssaal wechseln.

Das von unseren vereinseigenen Künstlern erstellte Bühnenbild, der Prinzipalmarkt, war nicht mehr zu gebrauchen.Unter der Leitung des wohl besten Heimatmalers der Gegenwart, Anton Tippkötter, unterstützt von Fachleuten wie Reinhold Bogatzki und als Hilfskräfte mit Josef Humbach und Heinz Eissing, entstand zunächst der erste durch mich erbaute Spieker bei Schloss Hohenfeld als Bühnenbild und ein Jahr später ein wunderschönes Stadtbild aus "Alt Ludgeri", in deren Mittelpunkt das alte Brauhaus "Lepper`s in Hals", mein Elternhaus, stand. Dieses Bühnenbild stellte von nun an den Hintergrund der Galasitzungen und rief bei allen Besuchern unserer Veranstaltungen immer wieder helle Begeisterung hervor.

Die Wärme und Geborgenheit der guten alten Zeit wurde im wahrsten Sinne des Wortes wieder lebendig. Das Fernsehen des WDR, welches 3 Jahre hintereinander unsere Galasitzungen aus dem Kongresssaal übertrug, machte diese Sitzungen in ganz Deutschland bekannt. Das diese Bühne einen enormen Aufwand an Zeit und Arbeit erforderte, wussten nur wenige. So war es nur zu verständlich, wenn immer das gleiche Häufchen der Akteure, also alles, was auf der Bühne auch während der Sitzung agierte, beim Aufbau voll im Einsatz war. Unter der Leitung von Herbert Brüggemann war jedes Jahr ein unschlagbares Team im Einsatz.

Einzige Bezahlung war die von der Firma Pebüso zur Verfügung gestellten Freikarten, die dann den Frauen der Akteure zugute kam. Mit dem Tode von Hans Schweifer gab es dann auch keine Freikarten mehr was dazu führte das keine Frau der Akteure unsere Veranstaltungen mehr besuchte. Das immer eine gute Erbsensuppe serviert wurde, verdankten wir unserem Aktiven Friedhelm Steffen und seiner Frau. Die Sitzungen, die minutiös geplant wurden, verlangten den Verantwortlichen das ganze Können einer Programmgestaltung ab. All zu oft mussten die Programme in sprichwörtlich letzter Minute noch umgeschrieben werden, aber das war es, was das Prickeln ausmachte. In Joschi Bragulla hatte ich die beste Programmleiterin und es war eine Freude mit ihr zu arbeiten . Ich kann sagen, dass wir in all den Jahren nicht einmal ein Loch hatten, wie es. in der Fachsprache heißt.

Unsere Mitglieder sahen immer Spitzenprogramme, die denen der Rheinischen Hochburgen an nichts nachstanden. Mit meinem Ausscheiden 1995 wechselte auch die Einstellung zu dem bisherigen Galasitzungen. Diese finden heute in dieser Form nicht mehr statt. 

Mit den meisten meiner ehemaligen Musiker, Büttredner und Sänger die den Verein mit mir verlassen haben, habe ich heute noch laufenden Kontakt. "Das gab es nur einmal, das kommt nicht wieder."  

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Willy Eichel, Ehrensenator  Ehrenbaas und Gründer der KG Paohlbürger Münster e.V.