AUS DEN ANNALEN 

DER STADT im Lindenkranz 

                                       

 

Eine kleine Stadtkunde die in Verbindung mit den Fotos einiges über Münster sagt, der im 2 Teil ausführlich gezeigte Stadtführer von 1932 zeigt Ihnen auf 120 Seiten das alte Münster mit einer Ausführlichkeit die ihresgleichen sucht. Heute ist er in dieser Form nicht mehr vorhanden .

 

Viel Vergnügen wünscht Willy Eichel.  Mail Info@eichelwilly.de

 

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7 02 Karl der Große beauftragt den Friesen Liudger mit der Missionierung der Westsachsen oder Westfalen. Liudger, von 805-809 erster Bischof Münsters, baut in Mimigernaford, einer Bauersäuft im alten Brukteterlande, auf einem Hügel an der Aa ein monasterium und schützt es mit Wall und Graben. Dieses monasterium = Kloster ist nicht eine Ordensniederlassung im engeren Sinne, sondern ein Kanonikerhaus, in dem Liudger mit seinen Geistlichen und Schülern wie die Mönche eines Klosters ein gemeinsames Leben nach der Chtodegangschen Regel führt. Die Regula canonicoram des Kirchenreformers Erzbischof Chrode- gang von Metz schloss sich im wesentlichen der Ordensregel des heiligen Benedikt an. So erklärt sich die Bezeichnung monasterium, obwohl der Name kein Ordenskloster meint.

 

1004 Großer Kaiserbesuch. Heinrich 111. besucht mit den Großen des Reiches (den Erzbischöfen von Mainz, Köln, Magdeburg und Bremen, den Bischöfen von Bamberg, Minden, Hildesheim, Osnabrück, Lüttich, Zeitz und Schleswig) den Bischof Hermann 1., feiert mit ihm das Weihnachtsfest in Münster und nimmt an der Gründung von Kirche und Stift Liebfrauen (Oberwasser) teil. Während dieses Kaiserbesuchs wird im Dom zu Münster durch den Erzbischof von Mainz der spätere Papst Klemens 11. zum Bischof von Barnberg geweiht.

 

1090 Bischof Erpho vollendet und weiht den zweiten Dombau, von dem Teile im Westwerk noch erhalten sind.

 

1110 Bischof Burchard, Kanzler des Reiches und im Investiturstreit Freund der Kaiser Heinrich IV. und Heinrich V. erweitert die Dom-Imamunität nach Süden bis zur Rothenburg und umgibt sie mit einer starken Schutzmauer.

 

1121 Herzog Lothar von Supplinburg, der spätere Kaiser, erobert Münster und zerstört es aufs schwerste.

 

1150 Wichtigste städtebauliche Entscheidung. Der Bischof gibt die Befestigung der Bischofsburg auf und zieht statt dessen Wall und Graben um die ganze Bürgersiedlung. Der bisherige Wall um die Bischofsburg wird in schmalen Parzellen für die Bebauung freigegeben, während zugleich die Umgrenzung der mittelalterlichen Stadt, die noch heute im Promenadenwall erkennbar ist, grundgelegt wird.

 

1156 Der große Staufenkaiser Barbarossa besucht das Bistum Münster und feiert mit seinem Freund, dem Bischof Friedrich 11., das Osterfest. Die beiden Männer standen sich zeitlebens sehr nahe. Beide waren am selben Tage und am selben Ort inthronisiert worden, der eine als König, der andere als Bischof. Das war im Jahre 1152 in der Kaiserstadt Aachen geschehen. Nach seinem Besuch berief Barbarossa den münsterschen Dompropst als seinen Kanzler. Dieser münstersche Dompropst ist der größte Kanzler des mittelalterlichen Reiches geworden. Es war Rainald von Dassel.

 

1180 Mit dem Sturz Heinrichs des Löwen, des Herzogs von Sachsen, und der Aufteilung seines Herzogtums schwindet die Autorität eines herzoglichen Landesherrn. Der Bischof von Münster wird selbst Landesherr und Fürstbischof.

1253 Im Zuge der Wirtschaftspolitik der Hanse schließt Münster mit Dortmund, Lippstadt und Soest einen

Städtebund, um den Handelsverkehr zu sichern und den Außenhandel zu erweitern, in dem Münster bis in das Jahrhundert des Dreißigjährigen Krieges eine führende Rolle spielt.

1264 Der dritte, im wesentlichen noch heute stehende Dombau, der im Jahre 1225 begonnen war, wird unter Bischof Gerhard von der Mark vollendet und von ihm geweiht.

 

1350 Vollendung des gotischen Rathauses am Prinzipalmarkt um die Jahrhundertmitte.

 

1382/83 Pest- und Brandjahre. Erste Große Prozession.

   

1500 Rudolf von Langen, Propst am Hohen Dom, macht Münster zu einer berühmten Hochburg des Humanismus.

 

1534/5 Herrschaft und Untergang der Wiedertäufer. Wiedertäufer,Anabaptisten, Bewegung der Reformationszeit mit Erwachsenentaufe,von Luther als "Schwarmgeister" bekämpft,gründeten in Münster- Westf. 1534 das Reich "Zion" mit Gütergemeinschaft und Vielweiberei unter Knipperdolling ,Jan von Leyden (Bokkelson ) als König und Krechting . Nach vernichtender Niederlage 1535 bei Münster blutiges Strafgericht auf dem Prinzipalmarkt mit Folterung und Hinrichtung der Anführer. Die Leichnahme wurden zur Abschreckung in Käfige an der Lambertikirche aufgehängt.

 

1643 Münster erhält im Dreißigjährigen Krieg den Charakter einer international anerkannten neutralen Stadt. Kaiser Ferdinand spricht sie aller Pflicht gegen die kaiserliche Majestät und das Reich« los. Der Bischof als Landesherr tut das gleiche. Beginn des großen Friedenskongresses.

 

1648 Im Mai Abschluß des Spanisch-Holländischen Friedens. Im Oktober Unterzeichnung der Verträge zwischen dem Kaiser und Frankreich, zwischen dem Kaiser und Schweden.

 

1661 Als die Kongress-Stadt, die aller Pflichten gegen Kaiser und Landesherr ledig gewesen ist, nach Reichsunmittelbarkeit strebt, wird sie vom Landesherrn Christoph Bernhard von Galen gedemütigt. Er lässt am Schoehus, dem Haus der Gesamtgilde, den Spruch anbringen: Schuster, bleib bei deinem Leisten!' und degradiert das Rathaus zur Militärwache. Die große Bürgerzeit ist vorbei. Die Zeit absolutistischer Herren und des Adels bricht an. Es wird eine Ut adeligen Bauens (barocke Kirchen und Adelshöfe).

 

1757 Im. Siebenjährigen Krieg steht Münster infolge eines Bündnisses seines Landesherrn, des Kurfürsten Clemens August von Köln, auf der Seite der Franzosen und des Kaisers gegen die Preußen, Hannoveraner und Engländer. Im Jahre 1757 liegt eine französische Besatzung in der Stadt.

 

1758 Preußen und Engländer besetzen Münster.

 

1759 Die Franzosen erobern die Stadt zurück. Die Folge ist eine schwere Belagerung und Beschießung durch die preußisch-hannoverschen Truppen. Namentlich das Martiniviertel hat schwer zu leiden. 200 Häuser, das Lothringer Kloster und der Kirchturm von Martini gehen in Flammen auf. Die arg mitgenommene Stadt wechselt wieder den Besitzer. Die Franzosen rücken ab und die Preußen ein.

 

1764 Franz von Fürstenberg, der kurfürstliche Minister für das Bistum Münster, ordnet die Schleifung der Festungsanlagen an. Der ganze Festungsgürtel um die Stadt mit seinen 11 Toren wird niedergelegt, der innere Wall zur Bebauung freigegeben, der äußere in eine Promenade verwandelt. Nur Buddenturm und Zwinger bleiben erhalten.

 

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