Laudatio zur Feier            

50 Jahre Karneval      

 gehalten am 5.April 1994       

zum 70. Geburtstag          

 des vörnsten Baas und Vereinsgründers Willy Eichel 

Concordia res Parvae crescunt,

   discordia maximae dilabuntur.  

sagt der Lateiner un Eichel`s Wilm segg:

Dör Indracht,wett dat klenste graut

      dör Twidracht, gait dat grötzte Daut      

  

50 Jahre Karneval

40 Jahre KG Paohlbürger

30 Jahre "Tennengericht" und "Ehrensenat"

20 Jahre Hauszeitung "De Paolbüörger"

20 Jahre 1.Karnevalsmuseum in Westfalen

10 Jahre Spieker und Paohlbürgerhof

Bildarchiv

Lied "Helau Monasteria" 

Lied "Muenster-mine-stadt.

Lied "Muensterlandlied"

Musik: Trizonesien - Lied ( Wurde auch eine Zeit als Nationalhymne nach dem Krieg 1945 - 46 gespielt ) ( "Deutschland , Deutschland über alles" war noch verboten )

Der Krieg, der 1945 zu Ende ging, ließ mich als jungen Mann von zweiundzwanzig  zurück überlegen, welche Möglichkeiten nun für mich gegeben waren. Zunächst einmal stand für mich fest, dass ich nach meiner Tätigkeit als Musiker bei  den Britischen und Amerikanischen Einheiten leben wollte, um all das nachzuholen, was ich in vier Jahren Kriegszeit als Soldat verwundet, versäumt hatte. Die Anfrage eines Bekannten vom Deutschen Roten Kreuz, mich mit meinen Musikern in den Dienst einer guten Sache zu stellen, nahm ich an, und so war ich monatlich dreimal zu einem kostenlosen Bunten Abend in den verschiedenen wieder eingerichteten Mütterkurheimen des Deutschen Roten Kreuzes, zunächst als Alleinunterhalter und hinterher mit meiner Kapelle, tätig. Ich hatte mir aus meiner Big Band die Leute ausgesucht, die auch alle solistisch irgendeine Begabung hatten. An erster Stelle stand dabei mein alter Freund Gerd Bröker, ein Allround-Genie auf dem Akkordeon, der Trompete, Gitarre, Geige und dem Bass. Er war ein hervorragender Arrangeur, und viele meiner späteren getexteten Karnevalslieder setzte er musikalisch in Noten um. 

(Siehe auch Sonderbericht unsere Akteure)

In dieser Zeit lernte ich einen jungen Mann, ebenfalls aus dem Krieg zurückgekehrt, kennen, Hubert Conen, der Mitglied der Karnevalsgesellschaft Wiedertäufer war und mich mitnahm zu einer Veranstaltung in die Gaststätte "Zur Schleuse". Das Haus Barfuß, "Zur Schleuse" genannt, war das einzige Lokal, welches noch über einen funktions- tüchtigen Saal verfügte, und hier erlebte ich den Karneval zunächst von seiner nicht gerade erfreulichen Seite. Grund waren die Internierungslager der Polen und Russen, die in ihren Unterkünften Schnaps brannten, den sie mit in diese Lokale nahmen, sich dort betranken und dann infolgedessen, dass sie den Sitzungsverlauf nicht verstanden, randalierten. So musste ich gleich mit meinen Freunden durch die Fenster nach draußen flüchten vor den renitent gewordenen Ausländern.Ein Jahr später traf ich meinen Schulfreund Georg Schüring. Er war wie ich Schüler der Agidii-Ludgerischule und Klassenkamerad meiner ältesten Schwester Anni gewesen und jetzt bereits Präsident der Karnevalsgesellschaft "Narrenzunft Aasee". Diese Gesellschaft, die für damalige Verhältnisse schon beachtliche Sitzungen auf die Beine stellte, war für mich das erste Zuhause. Aufgrund eines guten Zufalls brachte ich in diesen Verein Norbert Zellerhoff als Büttredner, den ich anlässlich einer Vorstellungssitzung des Bürgerausschusses zur Förderung des Münsterischen Karnevals kennengelernt hatte. Ab da holte ich so nach und nach alle meine gut bekannten Musiker, Sänger und Akteure in die NZA, so dass sie in kurzer Zeit zu einer der führenden Gesellschaften Münsters wurde. Fotos von lnks.Norbert Zellerhoff-Gerd Bröker-Willy Kiehn-Wolfgang Heister-Willy Eichel-Reinhold Bogatzki

Von den Akteuren profitierten um diese Zeit die gesamten existierenden Karnevalsgesellschaften, die da waren die Bösen Geister, die Wiedertäufer, die Freudenthaler, die Karnevalistische Stadtwache, die Mauritzer, die KG Mimigerneford, deren Mitgründer, Namensgeber und Friedensreiter ich bin und der Karneval im Hausfrauenbund. Unter dem Vorsitz von Heinrich Löffken, genannt Schlackenheini und Mäkki Reuter, als langjährigen Sitzungspräsidenten des Bürgerausschusses zur Förderung des Münsterischen Karneval, erlebte der Karneval eine Blüte, und die Veranstaltungen in der Halle Münsterland, die mit bis zu 7.000 Besuchern gefüllt war, löste wahre Begeisterungsstürme aus. Die Unzufriedenheit der Akteure in den einzelnen Gesellschaften, nicht nur in der NZA, riefen in mir den Entschluss zur Trennung hervor, zumal mir mein alter Freund und Kriegskamerad Theo Breider schon verschiedene Male gesagt hatte, dass ich genau wie meine Mutter in die Karnevalsgesellschaft Freudenthal gehöre. Nun, ein dementsprechendes Gespräch war seinerzeit auf Anraten von Theo Breider mit Toni Martin, Jans Gillhaus, Eduard Hagedorn, Helmut Bracht und Theo Wersebeckmann anlässlich einer Sitzung der Karnevalsgesellschaft Freudenthal im Weißen Saal im vorderen Restaurant vereinbart. Die eingeleitete Besprechung verlief so weit in guten Bahnen, und man war sich einig darüber, dass ich mit all meinen Freunden und den mir bekannten Akteuren zur Karnevalsgesellschaft Freudental überwechseln sollte, bis ein Herr in diese Gruppe stieß, der zur damaligen Zeit eine einzige Büttenrede gehalten hatte, die ihm von einigen guten Karnevalisten, unter anderem von Heinz Ingedoh, KG Wiedertäufer, geschrieben war.Er erlaubte sich zu bemerken, dass auch die Akteure um Willy Eichel zunächst einmal ein Jahr hospitieren müssten, bevor eine Aufnahme in die Karnevalsgesellschaft Freudenthal erfolgen könne. Die hier Anwesenden konnten sich gegen ihn nicht durchsetzen, worauf ich dann die Versammlung verließ und mich ins Biedermeier begab, ein Fehler, den die Karnevalsgesellschaft Freudenthal sicher schon bereut hat. Dort warteten Norbert Zellerhoff, Kurt Adolf König, Günther Jeffke, Kurt Weinmann, Gerd Bröker, Willy Kiehn und Seppel Wintergalen auf das Ergebnis der Besprechung. Noch heute sehe ich die Gesichter vor mir, als ich ihnen den Entschluß des Herrn (Max Fliegenschiß) von der Karnevalsgesellschaft Freudenthal bekanntgab und daraufhin die Gründung einer neuen Gesellschaft vorschlug. Der dann aufkommende Zweifel wurde von mir im wahrsten Sinne des Wortes erstickt, indem ich ihnen erklärte, wir werden die größte und beste Gesellschaft Münsters gründen, die mit einer Aufnahmegebühr von DM 30,00 und einem Monatsbeitrag von DM 5,00 sofort zu den teuersten Gesellschaften wurde. Die ab da in Abständen stattfindenden Treffen wurden von mir von Anfang an zu stimmungsreichen Abenden gestaltet, so dass langsam Zutrauen zu meiner Idee wuchs und erste Schritte bezüglich der Wahl eines Präsidenten getroffen werden konnten. Ich jedenfalls habe mein Wort gehalten, wir sind heute eine der großen Gesellschaften Deutschlands und 80 % der Mitglieder sind von mir geworben worden Der Name Bürgergarde der Stadt Münster stand zunächst im Raum, und durch einen guten Freund, Herrn Hans Everding, seines Zeichens Generalvertreter der Dortmunder Hansabrauerei, betrieb ich zur Zeit den Wiederaufbau unser elterlichen Gaststätte und Brauerei. Er kannte eine Menge Leute, und so stellte er mir eines Tages einen gewissen Herrn Bernd Müller vor, seines Zeichens Direktor der Renus-Schiffahrtsgesellschaft am Hafen. Herr Müller machte von Anfang an einen ganz blendenden Eindruck auf mich, zumal er wortgewandt und humorig in vielen Treffen seinen Einstand gab. Die ersten Veranstaltungen, die auf Einladung des Vaters unseres Mitgründers Kurt Adolf König im Reichshof stattfanden, wurden somit schon zu kleinen Sitzungen per Excellenze, und die ersten vier Veranstaltungen am 25.September, 16.Oktober, 11.November und 11.Dezember 1954 sahen ein froh gelauntes Völkchen von 25 Narren, die mit ihren Frauen hoffnungsvoll in die karnevalistische Zukunft schauten. Doch bald sollte ein großer Wermutstropfen in den Becher der Freude fallen, denn durch den Konkurs der Firma unseres damalig gewählten Präsidenten trat dieser von seiner Funktion zurück, und für das kommende Jahr war niemand da, der uns für diese Position zur Verfügung stand. Hier war es wieder mein Freund Hans Everding, der uns diesmal seinen Bruder Alo als den Mann vorschlug, der für diese Position geeignet sei. Ein Treffen zwischen mir, Hans Everding und seinem Bruder Alo Everding in seiner Wohnung verlief dann von Anfang an zufriedenstellend, so dass wir im Jahre 1955 die erste Sitzung im Reichshof bereits mit Alo Everding als neuen Präsidenten der Gesellschaft feiern konnten. Für die Akteure dieser unserer jungen Gesellschaft standen jetzt die großen Radiosendungen an, und in vielen dieser Sendungen waren von Anfang an mein Kollege Norbert Zellerhoff und ich selbst als Büttredner vertreten. Der große sogenannte Vierstädtewettstreit, der jährlich mit den Städten Köln, Aachen, Düsseldorf und Münster im Rundfunk übertragen wurde, sah dann in wechselnder Folge einmal Norbert Zellerhoff und einmal mich in einem Büttvortrag und wir erhielten unsere ersten Gagen vom N.W.D.R., für die damalige Zeit eine Super Sache. Mäkki Reuter, der zu dieser Zeit auch Präsident des Bundes Westfälischer Karneval war, leitete mit Jack Königstein aus Aachen von der Halle Münsterland aus diese großartige Sitzung, die ein wunderbar begeisterungsfähiges Publikum sah. Vor diese Sitzungen hatten wir allerdings noch einige amüsante Prüfungen bei dem damaligen Leiter und Zusammensteller des Programms der Halle, Herrn Günther Klein, zu bestehen. Günther Klein, der zu dieser Zeit am Verkehrsverein der Stadt Münster tätig war, machte seine Sache fast zu genau. So wurden wir zu ihm in sein Büro bestellt, in das dann abends um acht seine Sekretärin und er allein anwesend waren. Das Büro wurde soweit frei gemacht, dass es den Charakter einer großen Stube erhielt. Ein Stuhl wurde umgedreht und von ihm damit kommentiert, dass sei die Bütt. Er selbst setzte sich mit seiner Sekretärin hinten an die Wand genau gegen- über, eine Karnevalsmütze auf, und dann imitierte er mit dreimal Helau und Klatschen viel Volk,  unter dem Jubel dieser beiden Leute musste ich oder mein Kollege Norbert Zellerhoff hinter den Stuhl treten in die Bütt. Dann hatten wir unseren gesamten Vortrag zu halten, den er beliebig an einigen Stellen unterbrach, indem er uns Anweisungen gab, wie wir jetzt etwas zu sprechen hätten. Wiederholt wurde aber auch das Ganze unterbrochen mit der Bemerkung:"Mich stört noch was, mich stört noch was", um dann zu sagen: "Aha, die Bütt ist so nicht richtig eingerichtet". Es wurde dann eine Fahne der Stadt Münster über den Stuhl gehängt, worauf er antwortete: "Ja, so ist es besser. Das gibt mehr Stimmung".Wir haben zu all dem geschwiegen, denn wir wollten ja in den Rundfunk in die Halle Münsterland, haben uns aber immer gedacht, wie kommt ein Mann dazu, der selbst nicht mal einen Witz erzählen kann, sich anzumaßen, hier Unterricht in Sachen Humor zu geben. Die größte Freude konnte man ihm dann machen, dass man nach erfolgtem Vortrag in der Halle, und hier darf ich sagen, dass der Büttvortrag von mir in keinster Weise geändert wurde, sondern so vorgetragen wurde, zu ihm ging und ihm erklärte: "Lieber Günther, was bin ich froh, dass ich bei Dir war. Das wäre bestimmt sonst nicht so´n Erfolg geworden." Worauf er sich immer ganz geschmeichelt herabließ zu sagen: "Keine Ursache, Willy, wenn etwas ist, nur kommen. Ich helfe ja gerne".Die Anfangssitzungen, die im Ägidiihof erst unter dem Gastwirt Theo Scheene und hinterher unter unseren Vereinswirten Franz Niehus und Ingrid Berse starteten, waren durchweg erste Erfolge. Unvergesslich sind in diesem Zusammenhang die Galasitzungen, bei denen das Eichelmann-Quartett als Damenkapelle auftrat oder der anlässlich eines Hausfrauenabends gestartete: "Abend am Hofe des Sultans von Paohlanien", der später wegen des großen Erfolges in den Zoo Sälen wiederholt wurde. Denn dank unserer vielen Akteure, die da waren: Norbert Zellerhoff, Willy Eichel, Willy Kiehn, Seppel Wintergalen, Anton Zugsbradel, Horst Rosenbaum, Lilo Jakobs, Heribert Witte, Horst Weiß, Erwin Königsmann, Hermann Thiehoff als Kiepenkerl und das Mundharmonika Trio Harrison & Co. mit Wolfgang Heister, Rolf Breitbach, Willy Schöttler, Hans Richards Elfers und Jürgen Jarbeck und das Eichelmann-Quartett mit Willy Eichel, Dieter Brüseke, Gerd Bröker , Karl-Heinz Stegemann. Und später Siegfried Schäpers, Franz Veltmann und Hermann Wichmann. In späteren Jahren gesellten sich dazu Werner Jacobs,der bis zum Jahre 1985 auch zweiter Vorsitzender war, Lothar Thelen, Alfred Schnitzler, Heinz Eissing, Herbert Brüggemann, Heinrich Gremm, Peter Häsike, Margot Dittko, Hubert Conen, Ferdi Zellerhoff, Eduard Bötsch, Charlie Schuller, Hans-Jürgen Gartzke, Winfried Ohlgart, Hans Leckel und Bärbel Laumen, Cathrin und Corinna Bragulla, Harry Gooyer und der Monasteria Chor unter Rainer Schaphorn, ein Stamm von Akteuren, der seinesgleichen suchte, somit war von Anfang an der Grundstein für gelungene Programme gelegt. In diese Zeit fiel auch die Gründung der KG Mimigerneford, deren Namensgeber, Mitgründer,Friedensreiter und Ehrenmitglied ich bin. Ein großer Glücksfall kam durch unseren damaligen Geschäftsführer, Narrensekretär Herbert Grüter, der in unseren Verein den Prokuristen der Firma Pebüso Betonwerke Heribert Büscher, Herrn Hans Schweifer, brachte. Sehr bald schon sollte sich zeigen, wie wertvoll dieser Zugang für die Gesellschaft werden würde. In diesen Zeitraum fiel auch die Spaltung der Karnevalsgesellschaft Wiedertäufer, die ich am meisten bedauert habe, denn viele alte Karnevalisten der Wiedertäufer waren gute liebe Freunde. Und so musste ich miterleben, dass sich ein neuer Verein unter dem Namen "Unwiesität", angeführt von Rechtsanwalt Karl Schwerter auftat, der das Trumpfass der Wiedertäufer, Bernd Lohaus, mit in seinen neuen Club zog. Bernd Lohaus, der ja auch Gründer der Karnevalistischen Stadtwache Münster und der Prinzengarde war, ist mit dieser Lösung nie ganz glücklich gewesen, und er war auch der Betreiber für den Zusammenschluss beider Gesellschaften. Diese Absicht ließ sich jedoch nicht in die Tat umsetzen und so streckte er die Fühler in Richtung Paohlbürger aus. Hier war inzwischen in der Gaststätte Reichshof die Gründungsversammlung erfolgt, an der der damalige Präsident des Bürgerausschusses zur Förderung des Münsterischen Karnevals und Präsident des Bundes Westfälischer Karneval, Mäkki Reuter teilnahm, der uns von dem Namen Bürgergarde abriet und stattdessen vorschlug, diese Gesellschaft Narrengarde Paohlbürger zu nennen. Wir erhielten kurze Zeit später über  Hubert Conen eine Einladung zu einem gemütlichen Abend in die Germania Brauerei, bei der im Anschluss Herr Rechtsanwalt Karl Schwerter versuchte, mit uns einen Zusammenschluss zu tätigen. Wir waren damals schon eine beachtlich große Gesellschaft von 60 Mitgliedern, im Gegensatz zur Unwiesität, die ganze zweiundzwanzig Mitglieder hatte, trotzdem glaubte Herr Schwerter, uns den Vorschlag machen zu können, dass der neue Begriff  Paohlbürger in die KG Unwiesität einfließen müsse. Dieser Vorschlag wurde sofort von allen Paohlbürgern abgelehnt. Somit war für uns ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass wir alleine und selbständig bleiben wollten. Ein erster Schatten fiel auf unsere Kasse, denn die von uns bis dahin eingebrachten DM 15.000,00 waren in Gefahr. So hatten wir über einen mir bekannten Kriminalbeamten einen Wink bekommen, dass sich unser damaliger Kassierer wegen verschiedener noch anderer laufender Delikte wohl absetzen wolle. Die tagelangen Bemühungen, ein Gespräch zwecks Übergabe der Kasse mit ihm zu erreichen, waren fruchtlos verlaufen, und so blieb uns nichts anderes übrig, als ständig und täglich bei ihm auf der Lauer zu liegen.Wir hatten Glück, an einem Tag seinen Ausstieg aus dem Fenster morgens gegen halb fünf zu beobachten und ihn unten an der Straße abzufangen, um dort eine Übergabe unserer Gelder zu erzwingen. 

Ein ganz besonderer karnevalistischer Höhepunkt waren jeweils die Galasitzungen der Fleischerinnung Münster, von dem Fleischermeister Ernst Brück aufgezogen, die im Bahnhofsfestsaal des Gastronomen und Karnevalsfreundes Werner Küstermeyer abgehalten wurden. Unvergessen ist jener Karnevalsabend, an dem mein Kollege Hans-Jürgen Gartzke und ich mit der Büttnummer"Vater und Sohn" dort verpflichtet wurden.Die Karnevalistische Stadtwache stand in Warteposition, und einige andere Tanzgruppen warteten ebenfalls auf den Auftritt. Letztlich kam mein kleiner Kollege auf den Einfall und erklärte mir, dass sich die beiden Bronzebuchstaben an den Toilettentüren "Damen" und "Herren" austauschen ließen. Mir war das im Moment noch nicht ganz klar, jedoch er ließ sich nicht beirren, und schon standen die großen Kerls der Stadtwache Spalier. Einer hob den Kleinen hoch, so dass er die Buchstaben abheben konnte und den Austausch vollzog. Was dann passierte, kann man nicht mit Worten wiedergeben, denn "Männlein" und "Weiblein" liefen nun die verkehrten Toilettenräume an, ein Durcheinander, wie es niemand vorher geahnt hatte. Schnell wurde der Ruf nach dem Gastronomen laut, und schon bald tauchte Frau Küstermeyer auf, um sich die Bescherung anzusehen. Ein wenig später war auch unser lieber Werner Küstermeyer zur Stelle, der sich alles besah, und mein kleiner Kollege ging auf ihn zu und sagte: "Herr, Küstermeyer, wissen Sie, was passiert ist? Man hat die Türen ausgehängt". Er besah das und sagte dann aber sofort:" Das ist auf keinen Fall möglich, denn hier ist Rechtsanschlag und auf der anderen Seite Linksanschlag". Wir haben das Ende dieses humorigen Dramas nicht mehr miterlebt. Unser Auftritt stand an, und im Anschluss daran waren noch unsere üblichen Glas Bier im Ägidiihof fällig. In diese Zeit fiel auch ein weiterer Neuzugang für die Bütt, und zwar kamen wir durch meinen Beruf bei der Firma Theodor Althoff zu einem Kollegen aus Bayern, Anton Zugsbradel, ein Mann, der im waschechten bayrischen Dialekt seine Rede hielt und damit Erfolge verzeichnete. Aber auch unsere erste weibliche Büttrednerin wurde in Ilse Wessel geboren. Später kam auch noch Margot Dittko dazu. Auch der Neuzugang der beiden Polizeibeamten Erwin Königsmann und Horst Weiß waren für den Verein ein Gewinn. Sie machten ihre ersten karnevalistischen Gehversuche erfolgreich in unserer Gesellschaft, bis sie im Jahre 1958 die Karnevalsgesellschaft Witte Müse gründeten. Horst Weiß wurde ihr Präsident. In diese Zeit fielen auch die Studentenunruhen, und das in Münster so gewohnte schöne Bild der vielen bunten Hinterkopfmützen bei der sonntäglichen Prinzipalmarktparade war über Nacht verschwunden. Statt dessen waren Nietenhosen, Bärte und Gammlerlook gefragt. Hier war es mir ein Bedürfnis, für unsere Gesellschaft eine Hinterkopfmütze nach den Farben unseres Vereins zu schaffen. Ein wunderschöner Zirkel prangte auf dem Mittelteil, und verbunden mit Colourband und Bierzipfel wurde gleich der Senat in der Gaststätte Biedermeier aus der Taufe gehoben. Ab da war es ein fester Bestandteil, dass in der narrenfreien Zeit ab Aschermittwoch bis zum 11.11. diese colourmäßige Ausrüstung getragen wurde. Ein enormer Boom innerhalb der Gesellschaft breitete sich aus, und die Firma Fahnen Reuter konnte den Bestellungen kaum nachkommen. Die ersten Präsidenten der Gesellschaft waren Bernd Müller, Alo Everding und Franz Josef Ahlers. In diesen Zeitraum fiel auch der Anruf des damaligen Präsidenten  des Bürgerauschusses Exprinz Peter Steingaß der mir mitteilte, dass die Wahl zum Prinzen Karneval 1969 auf mich gefallen sei. Da ich mich aber in der Endphase meines Hausbaues und dem damit verbundenen Einzug befand, konnte ich diese ehrenvolle Berufung leider nicht annehmen. Die ständig wachsende Gesellschaft zeigte jetzt in verschieden Vorstandssitzungen, dass doch noch erhebliche Meinungsunterschiede in der Vereinsführung bestanden. So trennte sich der Mitgründer unserer Gesellschaft, Kurt Adolf König von uns und wurde Vorsitzender des Segelclubs Münster. Die Junggarde schloss sich ihm an und stand uns nur noch sporadisch zur Verfügung. Da ich mir vor allen Dingen meine Akteure, die ich immer als Orchideen bezeichnet habe, nicht verunsichern wollte, schuf ich nach Rücksprache mit dem Baustoffgroßhändler Max Klippel, der inzwischen Mitglied unserer Gesellschaft und mein Arbeitgeber geworden war, den Ehrensenat. Die ersten Ehrensenatoren waren der Fordhaupthändler Paul Bröskamp, der Landesrat Heinrich Altstedde, der Chef des Sauerstoffwerks, Herbert Albert, der Revierversteiger Anton Bache, der Bergwerksdirektor Dr. Meavert, der Druckereibesitzer Karl Klingenfuß, der Fabrikant Berthold Bonk, der Geschäftsmann Josef Lange, der Prokurist Hans Schweifer, die Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes Else Weeks,der Inhaber der Pebüso - Betonwerke Dipl.Ing Heribert Büscher, der Großhandelskaufmann Walter Schulz und mein Freund, der Mühlenhoferbauer, Theo Breider.Eine schon lange in mir festgesetzte Idee war hier für die Ehrensenatoren etwas zu schaffen, was noch keine Gesellschaft hatte, und so verfiel ich auf den Gedanken, ein Tennengericht zu gründen, welches allerdings in Räumen mit rustikalem Charakter stattfinden sollte.+ Hier war es Theo Breider, der mir spontan sein erstes erbautes Mühlenhaus für diese Zwecke zur Verfügung stellte. In den ersten Jahren stellte jeweils der erste Vorsitzende oder der Präsident den Richter und als Staatsanwalt fungierte mein kleiner Büttkollege Hans Jürgen Gartzke, in der Verteidigung war ich selbst tätig.Danach verkörperte mein Kollege Norbert Zellerhoff den Richter, Hans Jürgen Gartzke den Staatsanwalt und der Amtsdirektor von Wolbeck, Herr Dr. Bernward Löwenberg den Verteidiger. Durch unseren Ehrensenator Helmut Schomaker konnten wir als Sachverständigen den Leitenden Obermedizinaldir.des Gesundheitsamtes Hamm Dr. Helmut Schulz Kallenbach gewinnen.Ein Superknüller.Ein waschechter Gerichtssachverständiger. Auch Horst Weiss der Präsident der "Witten Müse" war als Schutzmann und sein Kollege Erwin Königsmann als Richter im Tennengericht  tätig. Danach folgte mit der Spiekereinweihung die gültige Besetzung mit Norbert Zellerhoff und mir als Richter,Dr. Albrecht Beckel als Verteidiger und Dr. Peter Schmidt, Helmut Müller sowie Conny Rieverts als Staatsanwalt. Es zeigte sich von Anfang an, dass wir hier eine Veranstaltung humoristischer Art boten, die gehobenen Humor im Vortrag brachte. Schnell wurde dieses Tennengericht zu einer der herausragenden Veranstaltungen in jeder Session. Ich hatte etwas erfunden, was einmalig war. Die von Hans Schweifer und mir über Bekannte besorgte alte Kutsche, ein Jagdwagen aus der Zeit des Tollen Bomberg, wurde mit einem Kostenaufwand von DM 15.000,00 durch die Firma Pebüso - Betonwerke, Heribert Büscher restauriert. Diese Kutsche war ab da das ständige Fahrzeug, mit dem die Ehrensenatoren zum Tennengericht in den Mühlenhof gebracht wurden. Die Pferde mit Kutscher stellte der Leiter der Reit- und Fahrschule Rittmeister Stecken, der während des Krieges für kurze Zeit mein Kommandeur war. Traurig war nur dass diese wertvolle Kutsche eines Tages spurlos verschwand. Es war mir unerklärlich das alle Personen die  in diesem Fahrzeug immer gefahren wurden, der Kiepenkerl (Herbert Brüggemann)der Professor Landois (Werner Jakobs) der Tolle Bomberg ( Harry Schild ) und der Schutzmann Felix Marie (Hermann Gaida) nicht sagen konnten wo das Gefährt geblieben war. Nachforschungen die ich anstellte brachten mir die ersten auseinander Setzungen mit diesen Personen. Dass dieses Tennengericht heute mit dem Vorsitzenden Richter Norbert Zellerhoff und mir, sowie Jürgen Möllemann und Dr. Beckel in der Verteidigung, Armin Halle, Conny Rieverts und Helmut Müller als Staatsanwälte das Optimum an Schlagfertigkeit und an gekonntem Humor darstellt, dürfte inzwischen weit über die Grenzen Münsters bekannt sein. Auf keinen Fall sollte bei dieser Gelegenheit der bis zu seiner Krankheit im Tennengericht tätige Dr. jur. Peter Schmidt vergessen werden. Seine humorigen Anklageschriften schufen erst die Voraussetzung für den Erfolg. Zu dieser Zeit schuf ich auch für die Karnevalsgesellschaft "Böse Geister "die Ehren und Obergeister Taufe" mit Urkunde und Geisterzeremoniell. Bei der ersten für den damaligen Präsidenten Helmut Osthues stattfindenden Geistertaufe agierten mein Bütt - Kollege Hans Jürgen Gartzke und ich als Geister und nahmen die Taufe vor. Für unsere Akteure war inzwischen eine Auszeichnung ganz besonderer Art ins Leben gerufen worden. Nach einer Idee der Gattin unseres Vizepräsidenten im Ehrensenat Hans Schweifer und mir wurde der Ehrenring der Gesellschaft aus der Taufe gehoben . Nach einem Entwurf unseres Goldschmiedemeisters Günther Niedenführ wurde dieses Wertvolle Stück jedes Jahr an einen verdienten Akteur verliehen .Der langsam, aber stetig ansteigende Weg zum Höhepunkt brachte für die meisten Mitglieder ein Erfolgserlebnis, und so waren sie stolz, Paohlbürger zu sein in einer ständig wachsenden Gesellschaft. Viele meckerten aber auch und begriffen nicht im Entferntesten, wie viel Arbeit in dieser Vereinsführung von ganz wenigen, insbesondere von mir, geleistet wurde. Die Kontakte mit vielen Gesellschaften, zum anderen die Galasitzungen, bei denen namhafte Politgrößen als Sitzungspräsidenten auf der Bühne agierten, waren weitere Höhepunkte. Einer der ersten in dieser Veranstaltungsreihe war der damalige Oberbürgermeister Dr. Albrecht Beckel, dessen Sitzung in den Zoofestsälen von uns aufgezeichnet und aus dem Endprodukt dann eine Langspielplatte erstellt wurde, deren Reinerlös dem Deutschen Roten Kreuz zu Gute kam. Die Karnevalsgesellschaft Paohlbürger erwirtschaftete für diese Institution DM 30.000,00. Sitzungspräsidenten waren u.a. Landesrat Klaus Meyer-Schwickerath, OB Dr. Werner Pierchalla, Filmstar Tatjana Ivanow, Regierungspräsident Dr. Egbert Möcklinghoff, Generalmajor Detlef Wiebel und Ex.-Minister Jürgen -W. Möllemann sowie der Direktor des Landschaftsverbandes Walter Hoffmann, der inzwischen Präsident des Ehrensenats geworden war. Hatte sich der erste Vorsitzende und Gründer der Gesellschaft Willy Eichel viele Dinge in den Kopf gesetzt, so auch die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne, die nach einer Idee des damaligen Grafikdesigner Waldemar Malleck aus dem Hause Fahnen Reuter grafisch fertiggestellt war und nun dort selbst gefertigt werden sollte. Mit den Initialen der Gesellschaft auf der einen und auf der anderen Seite den Originalen der Stadt Münster, die dem vörnsten Baas schon immer lieb und teuer gewesen waren, plante man ein Prunkstück, welches selbstverständlich auch seinen Preis hatte. Einige dieser Originale wurden später lebendig verkörpert, Kiepenkerl - Herbert Brüggemann, Landois Werner Jacobs, Schutzmann Felix Marie - Hermann Gaida - Toller Bomberg - Harry Schild. Nach dem ausscheiden von Werner Jakobs als Landois übernahm diesen Part Heinrich Gremm, der auch ein vorzügliches Platt sprach .Aus diesem Grunde war mir die Idee gekommen, eine Abziehplakette zu entwerfen, die zum Preis von DM 5,00 an den Mann gebracht werden sollte. Es gelang mir so, mehr als zwei Drittel des gesamten Kaufpreises von DM 5.300,00 zu beschaffen, und eine der lustigsten und schönsten Episoden möchte ich hier nicht vorenthalten. Zu dieser Zeit besaß unser Mitglied Ernst Knoll auf der Hammer Straße eine Großtankstelle, und viele unserer Paohlbürger fuhren dorthin zum Tanken. So traf ich an einem Vormittag an dieser Tankstelle eine hübsche junge Blondine an, die in der Wartehalle sitzend auf die Fertigstellung ihres Fahrzeuges wartete. Auf meine Frage hin, ob ihr das wunderschöne Mercedes Coupé draußen vor der Tür gehöre, antwortete sie mit: "Ja", worauf ich ihr sofort versuchte, eine Plakette für ihre Windschutzscheibe zu verkaufen. Ernst Knoll, der dieses Gespräch beobachtete, schüttelte immer verneinend mit dem Kopf, was ich darauf zurückführte, dass meine Preisangabe: "Mit fünf Mark sind Sie dabei", zu gering war. Ich erhöhte auf zwanzig, wieder das Kopfschütteln, bis die junge Dame von sich aus sagte: "Wissen Sie was, hier haben Sie hundert Mark. Damit ist das Thema vom Tisch, und Sie machen mir persönlich die Plakette an". Während ich die Plakette an die Windschutzscheibe befestigte, sah ich unser Mitglied Ernst Knoll immer noch kopfschüttelnd hinter der Theke stehen. Ich konnte mir daraus keinen Reim machen. Nachdem die junge Dame in ihrem Mercedes Coupé elegant davon rauschte, sagte mir besagter Ernst Knoll: "Weißt Du, wem du da eine Plakette verkauft und an die Scheibe geklebt hast?", worauf ich daselbst verneinte und er mir antwortete:" Der Edelnutte von der Lippstädter Straße." Nach gut vier Wochen sagte mir Ernst Knoll, dass ich mich vorläufig nicht mehr bei ihm an der Tankstelle sehen lassen dürfe, da besagte junge Dame mich suche, um eine neue Plakette zu bekommen, die während des Waschens bei ihm irrtümlich entfernt worden war.Nachdem Heinrich Hollenhorst und Bernd SchulzeWilmert als Ehrensenatoren den noch fehlenden Geldbetrag spendeten, fand die Bezahlung der Fahne auf Wunsch von Mäkki Reuter in bar statt, so brachten anlässlich der Überreichung der Fahne durch ihn die Originale der Gesellschaft eine Schubkarre mit 11 Säcken Kupfergeld. Mäkki war platt.Um die gleiche Zeit, wurde auf anraten der beiden Büttredner Walter Schwienhorst und Günther Klett ein Gespräch von mir mit dem damaligen Präsidenten der KG Freudenthal, Paul Möllers und dem Vorstandsmitglied Dieter Geissler geführt. Geplant war eine Gemeinschaftssitzung in der Halle Münsterland. Leider kam diese Idee von mir, nicht zum tragen. Danach wurden zwei Gemeinschaftssitzungen mit der KG Böse Geister aufgezogen, die zwar ein voller Erfolg wurden, jedoch arbeitsmäßig nur bei unserer Gesellschaft lagen, so dass von unserer Seite auf eine Wiederholung verzichtet wurde.Mit der weiteren Aufbauarbeit unseres Spiekers und dem Erlahmen der einzelnen Hilfskräfte war es an der Zeit, für mich Wege zu finden, um wieder eine gewisse Begeisterung für die Mitglieder in der Aufbauarbeit zu schaffen. So war es mir gelungen, durchweg jeden Samstag für alle, die arbeiteten, einen Sponsor für ein Essen in Schloss Hohenfeld zu gewinnen.Ein kleiner Anreiz, der aber seine Wirkung nicht verfehlte. Zusätzlichen Dank möchte ich aber auch dem damaligen Kameramann des Westdeutschen Rundfunks, Herrn Herrmann sagen, der einige Male unterstützend in die Arbeiten eingriff. Bei wichtigen Verrichtungen, an denen mehr Leute als gewöhnlich gebraucht wurden, ließ ich durch vertrauliche Rundgespräche alle wissen, dass am nächstfolgenden Samstag der Westdeutsche Rundfunk eine Fernsehaufzeichnung über den Aufbau des Spiekers drehen würde, bäte aber darum, dass nicht alle benachrichtigt würden, sondern nur die,  welche auch sonst immer kommen, damit nicht so viele vor der Kamera herumlaufen und agieren. Ich hatte hier voll auf die Geltungssucht der Mitglieder gesetzt, die zu einer regelmäßigen Arbeitsleistung nie bereit waren, in diesem Fall aber hundertprozentig erschienen. Herr Herrmann, der dann seine Kamera über einen gewissen Zeitraum aufbaute, hatte keinerlei Filmmaterial in derselben. Er baute, wie es in der Fachsprache hieß, einen "Türken". Es war eine Freude anzusehen, mit welcher Begeisterung auch die sonst nie Kommenden bei der Arbeit waren.

Einer der Aktiven war der damalige zweite Vorsitzende Heinz Lennertz, der mit seinem Betrieb Grundarbeit in der Wasserinstallation legte. Es war Hans Rieck, der dieses Projekt aufzeigte.Mit Unterstützung der Firma Pebüso Betonwerke Heribert Büscher, der Firma Max Klippel, Baustoffgroßhandlung, den Straßenneubauämtern und den Landesstaßenbauämtern war hier ein gesundes Fundament geschaffen, zu dem sich später die Stadt Münster, das Transportunternehmen Willy Buller, die Abbruch und Transportfirma Rohe, Paul Bertelsbeck von der Firma Beresa, die Firma Teerbau, Dipl.Ing.Manfred Klotschfin, Josef Oevermann, Karl Benning, Josef Benning gesellten und nicht zu vergessen mein alter Freund Diplomingenieur Richard Ditzel vom Landesstraßenbauamt, der uns mit Eichenbalken vom Abbruch alter Bauernhäuser, die im Grunderwerb durch Straßenverlegung frei geworden war, unterstützte, aber auch die Firma Lindner mit Heinz Vollmer sowie Günther Borchert von der Firma T & N und die Fliesenfirma Linnebecker & Voss, Karl Heinz Voss sollte nicht ungenannt bleiben. Das Elektromaterial kam von der Firma Georg Möhle und seiner lieben Frau Hedi, Hermann Josef Gilbert zeichnete für die Installation verantwortlich. Das Isoliermaterial - Rigips lieferte die Fa. Friederich Höhn - Akustik.  Damit man auf den Holzbänken gut sitzen konnte spendete die Auto und Möbelpolsterei Kalli Mertens altdeutsche Sitzkissen. Für Bargeld sorgte einmal mehr Klaus Dietrich Nacken. Später war es Bernd Klute, da allerdings zu beachtlichen Zinsen. Wolfgang Fritsch Albert vom Sauerstoffwerk war ebenso begeistert dabei wie der Präsident des Ehrensenats Landesdir. Walter Hoffmann, der auch den ersten Spatenstich machte und für einige größere Geldspenden sorgte. Mit der Einweihung des Hauses wurde ich vom Präsidium des Ehrensenats Walter Hoffmann, Claus-Dietrich Nacken und Hans Schweifer zum Ehrensenator und Ehrenbaas auf Lebenszeit ernannt.  Dass ich vom Sauerstoffwerk Wolfgang Fritsch Albert 3 Hänger für den Rosenmontagswagen erhielt, verdanken wir der guten Fee des Hauses, Frau Ruth Köhler, die als Chefsekretärin immer ein offenes Ohr für meine Wünsche hatte. Mit dem Baubeginn 1975 kam gleichzeitig der erste große Seniorentag in der Halle Münsterland mit Oberstleutnant Ottomar Farbry. Wir beide hatten zusammen diese Großveranstaltung ausgesucht und geplant. Was niemand, am allerwenigsten meine Person, für möglich gehalten hätte, hier war es wieder einmal eine Reihe von Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern des Vereins aus engem Kreise, die in einer Besprechung in der Gaststätte "Neuer Krug" planten, mich meines Amtes zu entheben, um, wie sie sich später ausdrückten, größeren Schaden von der Gesellschaft abzuwenden.

                                                                                 

                       

             O. Fabry                       W. Eichel                    General  J. Remberg                  OB.Dr. W. Pierchalla                     H. Schweifer

In späteren Jahren waren es gerade jene Leute, die sich auf dieser sozialen Erfolgswoge mittragen ließen mit dem Hintergedanken, das BVK zu ergattern. Hans Schweifer übernahm mit dem Ehrensenat die Bürgschaft, abgestützt von Heribert Büscher, Herrn Bankdirektor Ferdi Schade sowie Paul Bröskamp und dem damaligen Oberbürgermeister Dr.Werner Pierchalla. Die Kosten, die einschließlich Hallenmiete, Kaffee, Kuchen, Busse bei DM 25.000,00 lagen, waren somit abgedeckt, und die gesamte schriftliche Organisation wurde vom Pebüso Betonwerk, Hans Schweifer, übernommen. Cosima Stracke leistete die schriftlichen Arbeiten für die Wunschkonzerte. In späteren Jahren und mit steigendem Erfolg wurden die Einladungen von unserem Sozialteam Benno Sprengelmeier, Dr.Friedemann Hengesbach und Georg Pollok getätigt. Vergessen werden sollte auf keinen Fall unsere liebe Hildegard Pusch und Harry Schild, ein Spezialist auf dem Kopiergerät.

Zum großen Teil stellten sich die Damen des Vorstandes bis auf eine Ausnahme als Bedienung zur Verfügung. Es war die Frau unseres Narrensekretärs Harry Schild .Sie war Friseuse und hatte meiner Frau im Damen - Salon anlässlich eines Besuches zugerufen :"Wenn dein Mann Häuser baut und alte Leute unterhalten will, muß er auch sehen das er die Leute dafür hat, wir haben dafür keine Zeit". Sie hat mit  ihrem Mann Wort gehalten und kamen erst wieder als der große Erfolg das Clubhaus Spieker und die großen Seniorentage von sich reden machten. 

Bis zum Jahre 1985 liefen von der Firma Pebüso alle wichtigen Geschäfte und büromäßigen Arbeiten ab. Heute darf ich sagen, dass ich immer mit dem Unverstand meiner mich ganz eng umgebenen Leute fertig werden musste, ein ungeheurer Kraftaufwand war dazu nötig, wovon das größte Problem immer in der Wahl des zweiten Vorsitzenden gelegen hat, denn bei allen Entscheidungen, die ich mitunter allein mit dem Ehrensenat treffen musste, waren es diese Leute, die sofort hinter meinem Rücken intervenierten und um sich weitere unzufriedene Mitglieder scharten. Eine Änderung trat erst mit der Wahl von Herbert Brüggemann zum zweiten Vorsitzenden ein, der nach Heinz Lennertz dieses Amt übernommen hatte, was sich auch beim Aufbau des neuen Hofes von Vorteil erwies. Eine der großartigsten Werbeerfolge unserer Gesellschaft verdanken wir wohl den damaligen Herren Gotthardt Dost und Hermann Kausen von der Halle Münsterland. Beide waren Schulfreunde unseres Vizepräsidenten des Ehrensenats Hans Schweifer und teilten demselben mit, dass gegen eine Beteiligung von knapp DM 10.000,00 das Orchester James Last für eine Veranstaltung "Wir tanzen in den Mai" zur Verfügung stehen würde. Kurzfristig wurde hier während dieser Arbeiten am Spieker auch diese Veranstaltung mit durchgezogen, die zu einem riesigen Erfolg für die Karnevalsgesellschaft Paohlbürger wurde. Die Kautionsleistung wurde auch hier wieder, von der Firma Pebüso - Betonwerke, Heribert Büscher übernommen. Mit der Fertigstellung des unteren Teils des Spiekers waren auch Räume geschaffen worden, die der Gesellschaft als Treffpunkt dienten. Mit Bravour ging nun Willy Eichel an seine schon seit Kriegsende gefasste Vorstellung, hier das erste Karnevalsmuseum in Westfalen zu errichten, und durch seine langjährigen Beziehungen, die er nach Köln, Aachen, Düsseldorf, Mainz und zu sonstigen karnevalistischen Hochburgen hatte, auf Betteltour. Spärlich kamen die ersten Leihspenden für diese großartige Idee zustande. Den Grundstock bildete allerdings das, was seine Mutter und er selbst aus der Kinderzeit gesammelt hatte. In der großen elterlichen Gaststätte und Brauerei"Leppers in`Hals", später "Sängerklause", in der die Originale Münsters, Bomberg, Landois, Essink, Felix Marie zuhause waren, fanden auch die Karnevalsveranstaltungen der damaligen Zeit bis zum Kriegsbeginn 1939 statt. Alles, was hier aus dem Karneval liegengeblieben war,hatte ich gesammelt und in einem Koffer gelagert, den meine Mutter treu und brav über die Kriegszeit mit in den Bunker genommen hatte und diese somit der Vernichtung entgingen. In der Schreibarbeit wurde ich dabei von  Frau Rosemarie Fischer die meine Sekretärin wurde sehr unterstützt .

In dieser Zeit wurde auch das Husarencorps Nr. I unter ihrem Kommandanten Hartmut Marburger Mitglied unserer Gesellschaft und bereicherte den Akteurskreis. Aus dieser Gruppe schuf Hartmut Marburger später die "Karnevalistische Klüngelwache". Seine leitende Position beim Amt für Zivilschutz kam uns beim Spiekerbau sehr gelegen. Ihm verdankt die Gesellschaft 2 VW Busse und einen Jeep, ein Bus davon wurde bei der Firma Pebüso - Heribert Büscher mit Spenden von mir zum Übertragungswagen umgebaut. Die Werbelackierung wurde zum einen von der Firma Gustav Elfering und zum anderen von der Firma Manfred Zabel kostenlos gemacht. Von diesen Fahrzeugen ist heute keines mehr vorhanden. Auch der Übertragungswagen wurde verkauft. Mit den Arbeiten am Spieker kam auch die Gründung des Fördervereins "De Paolbüörger", in dem der Ehrensenat den Vorsitz führte. Ab da wurden auch von mir die plattdeutschen Namen für den Vorstand eingeführt.

Anlässlich eines verlängerten Frühschoppens nach dem Tennengericht gelang es mir, einen langgehegten Wunschtraum zu erfüllen. Ich brachte durch eine Spendensammlung für die Aufstellung meines Tanzcorps den stolzen Betrag von 27.ooo.- DM zusammen. Der Anfang war gemacht.Mit der Fertigstellung dieses Hauses wurde dasselbe Treffpunkt für viele alte Karnevalisten. So war es mir vergönnt, einen alten Freund der KG. Freudenthal, Günther Klett, der lange Jahre krank gewesen war, wieder zu integrieren. Mit seiner Tochter Barbara stand er viele Jahre hier für die Gesellschaft in der Bütt, aber auch Freunde wie das Büttredneras Walter Schwienhorst und Fred Gitto waren ständige Gäste in unserem Haus. Der Spieker wurde bald zum anerkannten Treffpunkt für Kenner des Karnevals in der gesamten Bundesrepublik, und der Ausbau des Karnevalsmuseums konnte von mir hier weiter zügig betrieben werden.1977 war anlässlich eines Besuches im Weingut Hildegardishof, welches unserem Senator Heinrich Grünewald gehört, auch eine Visite in seinem Weinkeller fällig. Hierbei stellte er uns die großen Weinfässer vor. Aus diesen Fässern trank die Welt, und sein exzellenter Vortrag und sein humoriges Können zeigte, dass er zu jedem dieser in einigen Weinfässern ausgeführten Spiegeln etwas zu sagen hatte. So lag es für mich auf der Hand, ihn nach diesem Besuch davon zu überzeugen, dass die Karnevalsgesellschaft Paohlbürger aufgrund ihrer langjährigen Kontakte zu ihm ein eigenes Weinfass haben müsste.Was ich nie für möglich gehalten hätte, traf ein. Er sagte mir dasselbe zu, wenn ich ihm einen Entwurf für dasselbe schicken würde. Ich textete für ihn daraufhin folgenden Spruch:

"Rein sei das Bier, erlesen der Wein, das Bier aus Westfalen, der Wein nur vom Rhein, beides bringt Freude auf seine Art, drum Bingen und Münster in Freundschaft sich paart."

Dieser Spruch wurde von meinem langjährigen Freund und Arbeitskollegen, Grafikdesigner Reinhold Bogatzki, eingearbeitet, in die Ausführung unseres Zirkels PB bald fertiggestellt und ging auf den Weg zu Heinrich Grünewald. Das darauffolgende Jahr sah den Verein bei einer großen Weinfasseinweihung im Hildegardishof in Bingen. Somit hatte unsere Gesellschaft als erste Karnevalsgesellschaft Westfalens und der Bundesrepublik überhaupt ein eigenes Weinfass in einem Weingut stehen.(Willy Eichel und Heinrich Grünewald) Ein paar Jahre später kam die Karnevalsgesellschaft "Kölner Funkenartillerie" genannt "Blaue Funken" durch mich ebenfalls zu einem Weinfass mit eigenem Fassspiegel in dem Weingut Hildegardishof . Auch die von Conny Riewerts und mir aufgezogenen Spiekerfeste der MZ, deren Reinerlös sozialen Zwecken zugeführt wurde, dürfen nicht vergessen werden. Unsere Gesellschaft war hier maßgeblich beteiligt.Ein Wermutstropfen fiel in dieser Zeit wieder in die viele Arbeit, die einige aktive Leute unserer Gesellschaft, insbesondere ich selbst, hatten. Durch eine anonyme Anzeige aus den Reihen des Vorstandes waren wir bei der Steuerbehörde in Misskredit gebracht worden, und so erhielt ich eines Tages den Besuch zweier Herren bei mir zuhause, die das gesamte schriftliche Vereinsgut beschlagnahmen wollten, ein trauriges Kapitel, was hier an Verleumdungen zu Tage kam. Nur durch den ganz intensiven Einsatz unseres Prokuristen Hans Schweifer sowie des Ehrensenats und des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Werner Pierchalla, der in seiner Eigenschaft als Präsident der Oberfinanzdirektion viel für uns getan hatte, war es möglich, dass diese Ungeheuerlichkeit ohne großen Schaden von uns abgewendet wurde.1980 entstand unter dem damaligen Exkommandanten der Karnevalistischen Stadtwache, Hermann Hewing, das Bischöflich-Münstersches Offizierscorps, wobei es mir gelang, über neu ernannte Feldtüchmeester in einem Jahr dieses Corps aus dem Boden zu stampfen. Für diese Zwecke wurden DM 180.000.- von mir eingebracht. 1986 wurde Friederich Höhn, Karnevalsprinz unserer Gesellschaft mit einer Prinzenproklamation die seines gleichen sucht. Erstmals lief mit dem Luftwaffenmusikkorps 3 unter Leitung von Oberstleutnant Ottomar Fabry eine große Sitzungsrevue im Rathausinnenhof ab. 

Die ersten Feldtüchmester waren :

 Ernst Brück - Heinz Rohe - Dr. Werner Pierchalla - Hans Schweifer - Heinrich Moog - Ferdi Schade - Walter Hoffmann - Klaus Dietrich Nacken - Karl Benning- Josef Benning - Klaus Münte - Alfred Schnitzler - Ben Schulze Wilmert - Heribert Büscher - Helmut Schomaker - Manfred Klotschfin -Harry Gooyer- Karl Adolf Loskant - Wilfried Selberg -Wolfgang Fritsch Albert- Edeltraut von Helmolt - Friederich Höhn - Josef Horstmöller und Thomas Grohmann, der auch mit sehr viel Geld die ersten Vereinslieder auf Schallplatten brachte. Ein Jahr später wurde dieses Corps von Willy und Ro Lutz sowie Eduard Bötsch als Kommandant übernommen und zur Karnevalistischen Elitetruppe aufgebaut. Das Fernsehen des Westdeutschen Rundfunks, Herr Ebeler, welcher von dem Aufbau unseres Hauses und Spiekers gehört hatte, nahm erste Kontakte mit mir auf, und so kam eine erste Übertragung aus dem Spieker zur Karnevalszeit zustande. Hierbei wurde "Spiekerkonfetti" mit einer Gesamtdauer von 35 Minuten im Fernsehen übertragen. Durch den Spieker wurden aber auch die ersten engeren Kontakte zu den großen Karnevalsgesellschaften in Köln, Aachen, Düsseldorf und Mainz hergestellt, die alle dieses Haus und das Karnevalsmuseum in seinen ersten Anfängen besichtigen konnten.  Mit den Erbstreitigkeiten des Hauses Kerkerink erfolgte der Verkauf des gesamten Geländes bei Hohenfeld, auf dem der von uns erbaute Spieker lag. Die von uns seinerzeit gebotenen DM 450.000,00 wurden von dem damaligen Käufer Müller´s tolle Kegeltouren überboten, und somit ging der gesamte Grundbesitz einschließlich des von uns erbauten Spiekers in den Besitz von Herrn Müller über. Es kündigten sich laufend Schwierigkeiten mit dem neuen Besitzer an, die mit dem Bau eines Windfangs, den wir errichtet hatten, eskalierten, so dass von Seiten des Herrn Müller die Kündigung mit unserer Gesellschaft betrieben wurde. Nachdem nun wieder verstärkt einzelne Gruppen innerhalb der Gesellschaft und des Vorstandes meine Arbeitsweise kritisiert hatten, stand für mich fest, dass ich zum sechzigsten Geburtstag meinen Rücktritt als Präsident erklären wollte, aber da mich der Ehrensenat und der neu ins Leben gerufene Förderverein baten, die Führung der Gesellschaft weiter zu übernehmen, stellte ich meinen Entschluß zunächst zurück. Hinzu kam, dass der Regierungspräsident Dr. Erwin Schleberger mir seine Unterstützung für einen Neubau  ebenfalls zugesagt hatte. Hierbei war von entscheidender Bedeutung, dass der durch unseren Ehrensenator Conny Riewerts eingeführte Steuerberater Gerd-Peter Bragulla, insbesondere seine Frau Joschi, ganz aktiv in die Vorstandsarbeit mit einstiegen. Mit dem plötzlichen Tod von Hans Schweifer wurde Herbert Loos, der im Jahre 1980 Mitglied geworden war, durch mich 1984 zum Präsidenten und Harry Gooyer zum Vizepräsidenten des Ehrensenats ernannt. Durch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Werner Pierchalla wurde mir ebenfalls volle Unterstützung bei der Beschaffung eines neuen Projektes zugesagt, und unser Anwalt, Dr. Peter Schmidt, übernahm kostenlos für die Gesellschaft die Klageführung gegen das Touristikunternehmen Müller.

Viele der Münsterrischen Gesellschaften haben sich seinerzeit gedacht und auch geäußert, dass ein Willy Eichel ein zweites Mal so etwas nicht fertig bringen würde. Der Erfolg hat mir aber Recht gegeben. Hier war der Rückhalt durch meine Firmenkunden, die mir bereits wieder voll zur Seite standen, von ausschlaggebender Bedeutung. Die für die Auslagerung des damaligen Pächters Klein erforderlichen DM 200.000,- wurden aus der Abfindung für Material und geleistete Arbeitsstunden in unseren Spieker gezahlt. Hier ist es ganz besonders Joschi Bragulla und Frau Luhrmann  zu verdanken, die in einer unwahrscheinlichen Kleinarbeit mit Hans Schweifer und mir, die für das Gericht nötige Aufstellung an Material und Arbeitsstunden erstellten. Als kleines Trostpflaster vermachte uns der Ehrensenator und Verpächter des damaligen Spiekers Josef von Kerkering zur Bork die erste Oberbürgermeisterkette, die sogenannte von Olfersche Kette, zum Geschenk.  Er leistete damit einen mir zugesagten Beitrag von DM 180.000,- bei eventuellem Kauf des Spiekers. Im Jahre1975 erschien auch erstmalig die von mir ins Leben gerufene Hauszeitung "De Paolbüörger". Diese entstand unter Mitwirkung von Hans Schweifer, Willy Eichel und des Grafikdesigners Willy Schmidt.Was viele anfänglich bezweifelten, ist heute unumstößliche Tatsache. Diese Zeitung geht in das 20. Erscheinungsjahr. Ungeachtet der vielen Querelen und Redereien, die hinter meinem Rücken gegen all das, was den neuen Hof anging, abliefen, ließ sich der Förderverein mit Hans Schweifer und mir nicht beirren und führte die Verhandlungen bezüglich der Anpachtung des neuen Hofes zügig durch. Der Dank geht hier in erster Linie an unseren damaligen Oberbürgermeister Dr.Werner Pierchalla und den Ratsherrn Ernst Brück den Regierungspräsidenten Dr. Erwin Schleberger sowie die CDU Fraktion. Auch sollte Heinz Rohe besonderer Dank gesagt werden, der in achtwöchiger Arbeit einen Abbruch leistete, dessen Berge von Schutt und Dreck erst das wahre Ausmaß dieses verkommenen Objektes erkennen ließen. Lothar Klode, der in seiner Eigenschaft als damaliger Niederlassungsleiter der Firma Strabag in der Lage war, ein Sandstrahlunternehmen zu haben, schickte dasselbe und so war in gut sechswöchiger Arbeit von ihm das Haus fast stubenrein sandgestrahlt worden, so dass die Mitglieder ihre Scheu und Skepsis vergaßen und sich doch wieder zu dem fanden, was Willy Eichel ihnen prophezeit hatte, es wird ein schönerer, ein neuer, ein größerer Hof werden, mit einer Anlage, die seines - gleichen sucht. Die Unterstützung dabei hatte ich von Seiten des Strassenneubauamtes in der Erstellung der Statik und dem Landesstraßenbauamt in Beschaffung von Balken sowie der Firma Egon Janninghoff, Ziegel und Klinkerwerke, die ABC Klinkerwerke mit Johannes Heeren, das Holzwerk Robert Gödecke, das Transportunternehmen Willy Buller, der mit seinen schweren Autokränen half, und die Firma Eisen Bernsmann, die alles erforderliche an Stahlträgern und sonstigem lieferte. Die von der Stadt geforderte Druckrohrleitung mit Kosten von fast DM 230.000,- in Rechnung gesetzt, wurde durch die Firma Oevermann übernommen, und hier möchte ich noch einmal Dank sagen Herrn Diplomingenieur Manfred Gutsche und unserem Ehrensenator Dipl.Ing.Theo Beisenkötter. Bei den Außenanlagen war wieder einmal die Firma Josef Oevermann sowie der Garten und Landschaftsbau Karl Benning tätig, die Firma Heinz Rohe, und der Innungsobermeister Otto Kuna, die Firma Josef Benning, die Firma Teerbau, Herr Manfred Klotschfin, die uns mit Raupen, Baggerfahrzeugen und Arbeiten zur Verfügung standen. Die Firma Sauerstoffwerk Westfalen AG mit Wolfgang Fritsch Albert ebenso wie das Tiefbauamt der Stadt Münster, Abteilung Kanalbau, Herr Baurat Paul Rabbe, Innenausbau Friederich Höhn , Herr Baudir. Rudolf Schabbing und Herr Dipl.Ing. Heinz Strassmann. Es zeigte sich, dass meine langjährigen Verbindungen mit den Ämtern und Dienststellen hier voll zu Buche schlugen. Heute darf ich sagen, dass ich diese Gesellschaft zu einer der Großen Deutschlands aufgebaut habe und 80 % der Mitglieder sind von mir geworben worden.Wichtigster Briefverkehr in dieser Zeit war wohl die Anfrage des Westdeutschen Rundfunks Köln, Abteilung Fernsehen, Herr Ebeler, ob wir bereit wären, einen Dreijahresvertrag für unsere Galasitzungen als Übertragung aus dem Kongreßsaal einzugehen. So fuhr Joschi Bragulla mit mir eines Tages nach Köln zu den Besprechungen beim WDR mit dem Ergebnis, dass dieser Dreijahresvertrag von uns mitgebracht wurde, ein Erfolg, wie ihn keine Karnevalsgesellschaft in Münster aufweisen konnte. Das Muttergotteshäuschen, welches immer noch in Roxel, Schloss Hohenfeld, am Spieker stand und lt. Angaben von verschiedenen Besuchern den Unwillen des jetzigen Besitzers Herrn Müller erregte, wurde in einer Nacht- und Nebelaktion abgebaut und am Paohlbürger Hof aufgebaut. Hier hat jetzt der 250 Jahre alte Sandsteinaltar seinen Dauerplatz gefunden zur Freude aller Besucher, Danke Richard Ditzel. Was niemand für möglich gehalten hat, wurde Wirklichkeit. Nach dem Auszug, der am 28.Februar 1986 vollzogen sein musste, begannen die Arbeiten mit einer derartigen Aktivität, dass sechs Wochen später anlässlich des Osterfestes 1986 der erste Teil des Hofes eingeweiht werden konnte. Die Gesellschaft war somit keinen Monat ohne ihren obligatorischen Tag der offenen Tür. Ein besonderer Dank geht hier an  Herbert Brüggemann und Heinz Lennertz. Die Seniorentage, die nunmehr alljährlich in unserem herrlichen Haus stattfinden, sollen vielen alten betagten Bürgern Stunden der Freude und des Vergessens schenken, Stunden, in denen sie sich wohl fühlen, in denen wir für sie da sind. Anläßlich dieser Einweihung, an der der Bürgermeister der Stadt Münster, Franz Reuter, teilnahm, wurde in Anwesenheit des Fernsehens und des Rundfunks durch den vörnsten Baas Willy Eichel sowie dem damaligen Vorsitzenden des Fördervereins Lothar Klode die erste Oberbürgermeisterkette offiziell als Leihgabe an das Stadtmuseum Herrn O.B. Dr. Jörg Twenhöven überreicht. Die Zeit nach dem Osterfest sah die Aufbauwilligen der Gesellschaft nach den Umbauplänen des Architekten Horst Naber die Arbeiten weiterführen. Für den Bau der Remise konnte ich das Mitglied, den Stararchitekten Günter Altstetter gewinnen. Durch Verhandlungen mit den verschiedenen Stellen des Arbeitsamtes gelang es mir, im Rahmen einer ABM-Maßnahme einen Fachmann für den Aufbau des Museums zu gewinnen. In Herrn Norbert Hintzke und Josefa Hermesmeier erhielten wir Mitarbeiter, die die Materie aus dem FF beherrschten. So wurde jetzt das Museum langsam und kontinuierlich aufgebaut. Ganz besonders wurden wir dabei von dem Direktor des Stadtmuseums Hans Galen beraten und unterstützt. Mit dem Näherkommen des 11. im 11.1986, dieser Zeitpunkt war von mir als Eröffnung für den gesamten Bauabschnitt des Hauses gedacht, war es Joschi Bragulla, die die gesamte anfallende Post an fast alle großen Karnevalsgesellschaften der Bundesrepublik schrieb mit dem Hinweis auf die bevorstehende Fertigstellung des Hauses und des darin befindlichen ersten Karnevalsmuseums in Westfalen.Am 11. im 11.1986 wurde durch den damaligen Bundesaußenminister und Vizekanzler Hans Dietrich Genscher das Haus offiziell übergeben und durch den Domkapitular unseres I. Bischöflich - Münsterischen Offizierscorps, Herrn Domkapitular Walter Böcker, eingeweiht. Gottes Segen ruht nun über diesem Haus, und beim Einsegnen durch unseren Domkapitular bekam auch der damalige Bundestagsabgeordnete Jürgen Möllemann einen kräftigen Spritzer geweihtes Wasser ab, welches ihm kurze Zeit später den Posten eines Ministers einbrachte.Den heiligen Florian übernahm der Exprinz Horst Brink der für die nötigen Feuerlöscher und die jährliche Wartung sorgte. Unser Oberbürgermeister Dr. Jörg Twenhöven, der anläßlich einer Radtour mit dem Umweltminister Dr.Töpfer und der Familie Unland für eine kurze Rast unseren Hof aufsuchte, verließ denselben mit dem Ergebnis, dass nach einigen Stunden des Verweilens eine wertvolle 250 Jahre alte Wanduhr von Herrn Unland für unseren Hof gespendet wurde. Eines meiner schönsten Bettelgespräche, bei der mich Heinrich Gremm hervorragend unterstützte. 

Durch unsere aktiven Vereinsmaler Anton Tippkötter dem Heimatmaler des Münsterlandes und Reinhold Bogatzki,  der auch die meisten unserer Orden und Heftentwürfe entworfen hat erstrahlten die Wände innerhalb des Hauses bald in bunten Bildern der Originale Münsters und mit den Heimatliedern, die von mir getextet und komponiert wurden, mit den Stores die von unserer Doris Schuller angefertigt wurden fand das Ganze seinen Abschluss. (Siehe auch Sonderbericht unsere PR Leute) Die Seniorentage, die nunmehr in unserem herrlichen Haus stattfinden, sollen vielen kranken und betagten Bürgern Stunden der Freude bringen,  die herrlichen Blumengebinde unseres Blumenprinzen Harry Gooyer und seiner Gattin Edith trugen mit dazu bei. Dass wir anläßlich des vierzigjährigen Jubiläums zum zweiten Mal einen Sonderpoststempel auflegten, der wieder von Reinhold Bogatzki entworfen wurde, war ebenfalls ein großes Anliegen von mir sowie die Beibehaltung der großen ungeheuren Sozialarbeit, die Erhaltung des alten westfälischen Gebäudes, der Aufbau des 1. Karnevalsmuseums in Westfalen für die Stadt Münster.

     

Ich bedanke mich abschließend bei allen, die mich in dieser großartigen Aufgabe unterstützt haben, bei allen Akteuren und Aktiven, die geholfen haben. Ganz besonders aber bei meinem damaligen Chef der Firma Pebüso - Betonwerke, Herrn Heribert Büscher seiner Gattin Anneliese und seinem Prokuristen Hans Schweifer. Ich bedanke mich aber auch bei denjenigen, von denen ich immer wieder hintenherum hörte:"Der Willy will ja alles alleine machen."Wie heißt es so schön: "Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg nur Einen." Durch einen guten Freund aus Mainz dem Mitglied des MCC Mainz,  Hans Kilb erhielt ich die Nachricht das mir der Narrenbrunnenpreis der Stadt Ettlingen verliehen werden sollte .Zur Verleihung fuhren die münsterischen  Originale die Tanzenden Schwestern Cathrin und Corinna Bragulla sowie der Ex. Oberbürgermeister Dr. Werner Pierchalla der auch die Laudatio hielt.  So gebe ich nun nach vierzig Jahren Arbeit die von mir gegründete Karnevalsgesellschaft Paohlbürger in jüngere Hände mit dem Wunsch, dass sie dieses Werk im Sinne unserer Gesellschaft weiterführen mögen, zum Wohle der Stadt Münster und zum Wohle aller Karnevalsfreunde. Aber auch aller Kinder, Alten , Kranken und Behinderten .

"Was Du ererbst von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu bewahren!"

Das darauf in beiden von unserer Gesellschaft erbauten Häusern immer ein gutes Glas Germania oder Iserlohner Pils getrunken werden konnte, verdanken wir der Germania Brauerei, insbesondere aber unserem Ehrensenator Dir. Egbert Preußners, der uns seit Gründung der Gesellschaft in großzügiger Weise unterstützt hat.

Lieber Egbert, ich sage Dir an dieser Stelle nochmals: Herzlichen Dank.

In Biero - veritas

                                                                     Willy Eichel

 

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        Verleihung des Narrenbrunnenpreises durch den Oberbürgermeister der Stadt  Ettlingen Josef Offele, mitte und dem Präsidenten Werner Reich an Willy Eichel

                                                                                                                    

Anlässlich seines 60.Geburtstages erhielt der vörnste Baas  Willy Eichel  im Beisein seiner Gattin Anne aus der Hand des Oberbürgermeisters Dr. Werner Pierchalla für seine Verdienste auf sozialkulturellem Gebiet das Bundesverdienstkreuz. 

 

 

 

 

 

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