Die KG Narrengarde Paohlbürger          Münster  e.V. Mail:Info@eichelwilly.de

 Vorstand - Elferrat - Garde und die Originale  

     Das nebenstehende Wappen der "Narr am Paohl" ist eine Zeichnung des damaligen Mitgliedes und  Büttredner `s Grafikdesigner Heribert Witte und eingetragen . Bildarchiv anklicken

 "Helau Monasteria"   hier anklicken

 "Dreimal Helau" hier anklicken

            

Präsidentenkette von Willy Eichel bestehend aus :

1 Silbermittelstück, Nachbildung der ersten von Olferschen OB Kette besetzt mit schwarz - Gold - rot und weißen Edelsteinen vier Goldmünzen der Originale - Bomberg - Kiepenkerl Landois und "Mönster bliv Mönster". 

Im unteren Teil 10 Silbermünzen " Pax rerum" 

Im oberen Teil 16 Silbermünzen mit den Originalen Münster`s, dem Rathaus - Stadtweinhaus - Dom - Schloss - Lambertikirche und der Tuckesburg. Dazu je eine Verdienstmünze in Gold und Silber .

Diese Kette wurde von dem Goldschmiedemeister Jürgen Wessing - Wolbeck, neu gefertigt. Das erste Original wurde nach einem Entwurf des Goldschmiedemeisters Günter Niedenführ erstellt. 

Die KG Paohlbürger ist die elfte Karnevalsgesellschaft Münster`s mit den elf Buchstaben "Paohlbürger", ein närrisches Novum, das seinesgleichen sucht.In Platdeutsch "Paolbüörger"

Gegründet wurde sie im Jahre 1954, die Gründer waren eine Reihe Personen, Musiker , Sänger und Parodisten. Der Hauptteil wurde von den ehemaligen Mitgliedern meiner Big Band den "Bobbys" den "Rhythm Kings" und später den "Eichelmännern" gestellt. Sie alle waren vorher Mitglieder der KG "Narrenzunft vom Aasee" Diese haben nichts mit den bei Gericht eingetragenen  Personen zu tun, die zum Teil auch nur kurze Zeit in der Gesellschaft aktiv waren.     

                                                                        1949

   

von links : Willy Kiehn, Bass Bariton - Wolfgang Heister ,Cromatische Mundharmonika - Heimleiterin Schwester Ruth -  Josef Hoyer, Gitarrist - Schwester Marga - Bube Wesselmann, Schlagzeug und Gitarre - Schwester Änne - Gerd Bröker, Akkordeon, Trompete, Klarinette , Gitarre ,Geige - Schwester Soffie - Winfried Wiek, Bass - Schwester Inge und Willy Eichel, Piano - Ansage       

                                                                 1950

Akkordeonvirtuose Arthur Heideck- Berhard Wesselmann, Schlagzeug , Gitarre - Ausweis NZA. - Willy Kiehn, Bass Bariton  - unten :Wolfgang Heister, Chromatische Mundharmonika - Gerd Bröker,  - Akkordeon - Gitarre - Trompete - Klarinette - Geige - Bass - Arrangeur . Fritz Herrmann  - Piano - Orgel - Saxophon - Geige -  Akkordeon . Reinhold Bogatzki Grafikdesigner .

 

Norbert Zellerhoff , Büttredner - Heribert Witte, Büttredner - Mundharmonika - Trio- Harryson, Jürgen Jahrbeck -Hans -Richard Elfers - Wolfgang Heister - Lothar Thelen Sänger . Alle waren vorher Mitglieder der KG "Narrenzunft vom Aasee" unter dem Präsidenten Georg Schüring. Schüring war wie ich, Schüler der Aegidii - Ludgerischule gewesen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als eingetragene Mitglieder zeichneten seinerzeit nach der Fertigstellung der Satzung am 1.Oktober 1956 folgende Herren:

Die im Anschluß aufgeführten Personen waren als Gründungsmitglieder aus dem Kreis der in der Gaststätte Biedermeier anwesenden Versammlungs- Teilnehmer ausgesucht.

1. Der Kaufmann Willy Eichel als Hauptbetreiber und Motor

2. Der Verwaltungsangestellte Norbert Zellerhoff

3. Der Gastronom Kurt Adolf König

4. Der Reserve Offizier Günther Jeffke

5. Der Polizeibeamte Kurt Weinmann

Namensgeber war der damalige Präsident des Bürgerausschusses zur Förderung des Münsterischen Karneval sowie Präsident des Bundes Westfälischer Karneval und Exprinz Max Reuter 

Der Name Paohlbürger rührt aus der Zeit der Stadtgründung. Seine Namen waren in der Reihenfolge Mimigärnafurt, also die Stadt an der Furt, der Aa (deren Quelle in den Baumbergen bei Tilbeck entspringt) Mimigerneford - Monasteria - Münster gleich Mönster in Plattdeutscher Sprache.

Die ersten Ansiedler, die in den Niederungen der Aawiesen ihre Häuser bauten, errichteten diese infolge des häufigen Hochwassers auf Pfählen und waren somit die Bodenständigen, die Pfahlbürger.

Da die Verständigung fast ausschließlich in Plattdeutscher Sprache erfolgte, hießen die Pfahlbürger also "PAOLBÜÖRGER". Diese Plattdeutsche Schreibweise wurde aber in der heutigen bestehenden Form in "PAOHLBÜRGER" abgeändert. Ob in Hochdeutsch oder Plattdeutsch jedes Mal sind es 11 Buchstaben ein närrisches Novum . Als sehr gutes Ohmen erwies sich später mein Berufswechsel zu dem weltbekannten Bauunternehmen Peter Büscher in der Unterabteilung Pebüso - Betonwerke Heribert Büscher. Die Buchstaben im Zirkel  PB  waren somit für Paohlbürger oder aber Peter Büscher gut.

Die Gesellschaft hat einen Elferrat - eine Garde - einen Senat und einen Ehrensenat sowie das"Erste Bischöflich Münsterische Offiziers Corps", welches von mir im Jahre 1979 ins Leben gerufen wurde. Dieses Corps hatte bis zum Jahre 1995 eine Stärke von 40 Offizieren mit Tanzpaar und einem Spielmannzug von 20 Musikern. Alle hierfür erforderlichen Gelder wurden von mir über Spenden von meinen Kunden und Freunden besorgt. Das Corps ist ein eigener Akteurskreis und dem Verein wie alle vorherigen Corps selbständig angeschlossen. Die Mitgliederjacke ist" Weinrot" - Die Gardejacke "Nachtblau" - Die Ehrensenatsjacke "Perlweiß"  - Die Akteursjacke "Schilfgrün" Die Vereinsmütze hat die Farben "schwarz- "gold- "rot- "weiß" den Narr am Paohl und dem Schriftzug "Paohlbürger"

                                               

Im Jahre1969 wurden die Münsterischen Originale die da sind: Der Kiepenkerl - Schutzmann Felix Marie - Der Tolle Bomberg - Professor Dr. Hermann Landois -Der Türmer - Der Ziegenbaron - Die Appeltiewe – Der Postbote  Overnüete -  Der Bierbrauer Franz Lepper  -  Die Stadtmusikanten  Flörken und Kösters der Otternjäger Kammlage - Putz Kühn  und der Leierkastenmann Jans Giese, von mir mit ,in das aktive Programm aufgenommen. Zu besonderen Anlässen waren Sie in den Originaltrachten der damaligen Zeit unterwegs.

Die im Bildarchiv aufgeführten Bilder sind Gemälde des bekannten Heimatmalers Anton Tippkötter aus Münster.Hierbei handelt es sich um die bekannten Wandgemälde aus den beiden Clubhäusern .Dem Spieker bei Schloss Hohenfeld und dem Paohlbürgerhof. Tippkötter wurde am 24. November 1922 auf der Klosterstraße 37 geboren und besuchte die Aegidi – Ludgerie Schule. Für die Malerei - und Ordensentwürfe konnte ich den wohl besten Mann dieser Branche, Reinhold Bogatzki  Münster gewinnen .  Auf beide Künstler komme ich noch in einem Sonderbeitrag zurück. Siehe Bericht "Unsere PR Leute"Gleichzeitig führte ich die Plattdeutsche Bezeichnung für den Vorstand ein. Für den Elferrat ließ ich nach meiner Idee bei einem Holzbildhauer in  Münster, Elferratsstöcke mit den Köpfen der münsterischen Originale fertigen . Jedes Elferatsmitglied hatte seine bestimmte Figur und trug den Namen. Die Umhänge wurden von der Firma Fahnen Reuter gefertigt und waren eine Spende des Kaufhauses Theodor Althoff. Mit diesen Figuren und den Umhängen hatte ich den Elferrat 1955 komplett.

                                                                    

                                 

 

 

                                                                                 

Elferrat 1955

Präsident Alo Everding - Vizepräsident Kurt Adolf König

von links: Hugo Schmies - Herbert Grüter - Erich Rosberg - Heinz Kürten - Kurt Weinmann - Heinz Derra - Werner Jakobs - Hans Wiewel - Güther Jeffke - Alo Everding - Kurt Adolf König

 

 

 

 

 

Elferrat und Garde 1956

Präsident Alo Everding - Vizepräsident Heinz Kürten

Erich Rosberg - Winfried Lange - Jürgen Bonk - Dieter Schiereck - Jürgen Oldhues - Helmut Thiele - Franz Naber - Karl Heinz Imort - Werner Heitmann - Seppel Beiske - Heinz Thiemann - Dieter Tschann - 

unten von links: Heinz Wessel - Werner Jakobs - Hans Wiewel - Herbert Grüter  Herbert Brüggemann - Alo Everding - Heinz Kürten - Günther Rybayczek - August Beermann - Erwin Lass - Werner Reschke

 

 

 

 

Elferrat und Garde 1960

Präsident Alo Everding - Vizepräsident Willy Frohn

Garde von links : Helmut Thiele - Werner Heitmann - Seppel Beiske - Franz Naber - Winfried Lange - Jürgen Bonk - Horst Rosenbaum - Klaus Meyer - Wilhelm Sohn - Bernd Blankenstein 

Elferrat von links unten : Günther Rybayczek - Werner Jakobs - Ludwig Gorrissen - Hans Wiewel - Herbert Brüggemann - Alo Everding - Willy Frohn - Herbert Grüter -Heinz Wessel - Hermann Segelhorst  

 

 

 

 

Elferrat  1967

Präsident Franz Josef Ahlers - Vizepräsident Heinz Hagedorn

von links: Hermann Gaida - Conny Krähe - Jürgen Bonk - Helmut Thiele - Heinz Langenkamp - Heinz Bergmeier - Willy Schöttler - Dieter Schiereck - unten v.Links : Ernst Knoll - Heinz Hagedorn - Franz Josef Ahlers - Harry Schild

 

 

 

 

Die Handgeschnitzten Elferratstöcke mit Motiven der Münsterrischen Originale nach einer Idee von Willy Eichel, wurden gefertigt von dem Holzbildhauer Gründgens, er war Lehrling meines Onkels, Holzbildhauer, Josef Heckmann, der in unserem Haus Krummestraße 22 seine Werkstadt hatte .In Farbe gemalt wurden sie von unserem Künstler Reinhold Bogatzki .Leider wurde diese schöne Idee von mir, später nur selten weiter getragen . Vielfach wurden die Stöcke nach erfolgten Veranstaltungen auf dem Elferatstisch liegen gelassen und von mir eingesammelt und sichergestellt .  

 

                   

 

       Die Garde mit Senatsführer Bernd Blankenstein

von links: Eckard Apel - Bernd Blankenstein - Werner Heitmann - Dieter Feder - Klaus Meyer - Hans Heitmann - Wolfgang Heuer - Karl Heinz Sommerfeld - Franz Naber - Wilhelm Sohn

 

                           Der Vorstand bis 1994

 

Präsident                      vörnste Baas                             Willy Eichel

Vize                              twedde Baas                               Herbert Brüggemann

Kassierer                      Kassmänkesverwolter              Ullrich Pinke 

Mundschenk                  Hüeldöppkesverdeler              Heinz Eissing

Schriftführer                  Schriiwer                                   Harry Schild

Akteursprecher              Kiürmiärsen un Schriihölse     Norbert Zellerhoff

Zeremonienmeister        Wippstiärt                                Ernst Ekey

Senatsführer                   Droplaiter                                Bernhard Schemmer

Ehrensenatspräsident     Öhm an den Müer                  Herbert Loos

Ehrensenats - Vize         Grautknecht                            Harry Gooyer

Hausverwaltung             Hues un Küerke  - Protokoll   Joschi Bragulla

Ordensmeister               Kurper un Blechknieper          Heinz Lennertz

Museumsverwalter        Klamotten Uppasser               Josefa Hermesmeier

                                       

                                          

                      Die Ehrenringträger

                       1. Walter Arntz

                        2. Werner Jakobs

                        3. Willy Eichel

                        4. Herbert Brüggemann

                        5. Hans Richard Elfers

                        6. Norbert Zellerhoff 

                        7. Alfred Schnitzler

                        8. Wolfgang Heister

                        9 .Ferdy Zellerhoff

                       10. Hans Jürgen Gartzke

                       11. Wilfried Selberg

                       12. Heinrich Gremm

                       13. Heinz Eissing

                       14. Siegfried Schäpers

                       15. Gerd Peter Bragulla

                       16. Heinz Lennertz  

                       17. Jürgen Jahrbeck 

                                   18. Willy Schöttler

                        19. Gerd Bröker

                        20. Willy Lutz

                        21. Josef Kafille

                        22. Winfried Olgart

                        23. Eduard Bötsch

                        24. Charly Schuller  

                        25. Jochen Frerich

Lassen Sie mich auf die Münsterischen Originale im einzelnen später eingehen.

                             

Die vier Originale die viele Jahre im Auftrag der Gesellschaft den Verein repräsentierten: Kiepenkerl Herbert Brüggemann - Prof. Dr. Hermann Landois Werner Jakobs - Der Tolle Bomberg  Harry Schild - Schutzmann Felix Maria Harpenau  Hermann Gaida  

 

Die Galionsfigur Münsters ist der Kiepenkerl,

er brachte in früher Zeit seine Erzeugnisse aus dem ländlichen Bereich, in einer Kiepe zum zweimal wöchentlich stattfindenden Markt. In den Anfängen fand dieser Verkauf auf dem Prinzipalmarkt und später zusätzlich auf dem Domplatz statt. Der Kiepenkerl besuchte aber auch mit seiner Kiepe die Kundschaft in der Stadt. Hierbei handelte es sich vorwiegend um Gaststätten und Haushalte hoher Beamter.

Die Erzeugnisse, Butter, Eier, Schinken, Speck und Geflügel trug er in seiner großen Kiepe auf dem Rücken über weite Strecken zu Fuß nach Münster. Aber auch als Hochzeiter und Überbringer von Nachrichten war er tätig.Über diese deftigen Kerle und den westfälischen Bauern ranken sich viele humoristische Anekdoten. So erzählt man sich von dem Bauern Brömmelkamp aus Ammelsbüren folgende Episode: Der Kirchturm von Ammelsbüren war durch Blitzschlag bis auf den Glockenstuhl abgebrannt. Der Pastor hatte darauf am Sonntag während seiner Predigt zur anschließenden Sammlung für den neuen Glockenstuhl aufgerufen und mit Blick auf Brömmelkamp, der durch seinen Hof und die Tätigkeit als Kiepenkerl zu Reichtum und Wohlstand gekommen war, das reichlich gegeben werden sollte. Brömmelkamp hatte diesen Blick wohl bemerkt und war noch vor der Kollekte aus der Kirche verschwunden.Der Pastor, der ihn am Sonntag Nachmittag zur Kaffeezeit aufsuchte und fragte, warum er sich vor der Kollekte gedrückt habe, musste sich von Brömmelkamp folgendes sagen lassen: Hochwürden, wenn usse Hiärgott sikk sin Hüsken söffst anstikket, dann mot he auk men sain, dat he datt Geld doför tesamm krigg.

 

Das Münsterische Original Schutzmann Felix Maria Harpenau genannt "Felix Marie"

hat es sogar fertiggebracht, seine ihm angetraute Ehefrau einzusperren. Nach einer durchzechten Nacht mit dem Tollen Bomberg, dem Unwiesen Professor Landois und Franz Essink, ein eben- solches Münsterisches Original, hatte man ihn splitternackt ausgezogen und auf einer Schubkarre nach Hause gefahren und vor die Tür gekippt. Seine Frau, die ihn da unten liegen sah, war dann gekommen und hat ihn mit dem Nudelholz fürchterlich verhauen. Felix Marie hat dann am anderen Morgen seine Frau laut überliefertem Protokoll wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt drei Tage eingesperrt.

 

Der Unwiese Professor und Original Dr. Hermann Landois hat sich als Gründer des Westfälischen Zoologischen Gartens

einen legendären Ruf erworben. Seine humorigen Einfälle, um an Geld für seinen Zoo zu kommen, kannte keine Grenzen, vom legendären Bärentazzenessen bis zur Sprachschule für Hunde und als Autor seiner bekannten Bücher "Franz Essink bi Liäwtieden" "Franz Essink nao sienen Daud up de Tuckesburg" und "Up de Seelenwanderung". Landois und Essink waren gute Freunde und hatten ihre Häuser fast nebeneinander auf der Rothenburg. Ihre Stammkneipe war die bekannte Altbierbrauerei "Lepper`s in Hals", in der ich am 5.April 1924 geboren wurde. Die Witwe Lepper wurde durch die Heirat mit meinem Großvater, dem Braumeister Franz Eichel, meine Großmutter. Viele heitere Episoden ranken sich auch um Franz Essink und meine Großmutter, zu lesen in dem Kapitel "Ich über mich" - Ein Junge aus Ludgerii. Oder in "Franz Essink bi Liäwtieden. "Die wohl schönste Geschichte von Dr. Hermann Landois ist die Gründung seiner Sprachschule für Hunde. Davon hatte auch Bauer Schulte-Niehoff gehört, der nun bald ein Gespräch mit Landois suchte. Bei seinem nächsten Treffen in der Stadt mit seinem Jagdhund Tasso, war er denn auch bald nach einer Einkehr in "Stuhlmacher" am Prinzipalmarkt, bei "Lepper`s in Hals" fündig geworden. Herr Professor sagte, ich wollte mal fragen ob sie meinem Tasso nicht das Sprechen lernen könnten? Landois, der den Schulten gut kannte, und auch wusste, wie reich der war, sah den Schulten an und sagte: "Möglich ist das schon, aber das kostet einen Haufen Geld. Da kommt es nicht drauf an, sagte Schulte Niehoff, das hab ich bald wieder heraus, wenn de Hund mir immer sagen kann, was auf dem Hof gesprochen wird, wenn ich nicht zu Hause bin.

Landois ließ sich tausend Taler Anzahlung geben und sagte, in drei Wochen sollte de Bauer Samstag zehn Uhr kommen und den Hund mit Examenspapieren abholen. Landois hatte sich mit Lepper und Franz Essink noch einige Altbier und Korn genehmigt und ging danach mit Tasso an der Leine durch den Hals (der kleine Verbindungsweg von der Schützenstraße zur Promenade) in Richtung Zoo nach Hause. Das mehr als reichlich getrunkene Altbier tat dann bald seine Wirkung. Der Hund riß sich von der Leine, raste über die Schützenstraße und wurde von einem Pferdefuhrwerk überfahren und war tot. Was nun? Es müßte nicht Landois sein, wenn er nicht weiter wüßte. So wartete er an dem fraglichen Samstag pünktlich um zehn bei Lepper`s auf Schulte-Niehoff. Der kam auch bald, sah Landois ohne Hund und fragte irritiert: "wat is los, Landois ohne Hund? Landois hatte ihm sofort gesagt, dass der Hund schon sehr weit sei, allerdings fehlte zum Examen noch der letzte Schliff. Voller Stolz zahlte er die zweite Rate von tausend Taler gab noch eine Runde Altbier aus und ging mit dem Gefühl in 14 Tagen einen studierten Hund mit Examen zu besitzen. Am fraglichen Abholtermin sah Schulte-Niehoff, Franz Essink, Franz Eichel und Landois im fröhlichen Verbund an der Theke bei Altbier und Korn. Schulte-Niehoff, der seinen geliebten Tasso immer noch nicht sah, konnte seine Enttäuschung nicht verhehlen, zumal er allen auf dem Hof schon von seinem examinierten Wunderhund erzählt hatte. Landois kam auf Schulte-Niehoff zu und sagte ihm auf seine Frage nach dem Hund, es habe ein Problem gegeben. Er sei heute morgen an den Zwinger gekommen, um den Hund zu holen, darauf habe Tasso ihn wie wild angesprungen und dauernd gesagt : "Ich komm nach Haus, ich komm nach Haus, was der Alte wohl sagt, wenn der mich so reden hört? Schulte-Niehoff war platt, als er das hörte und sagte immer wieder, "das gibt’s doch nicht, das gibt’s doch nicht." " Ja" , sagte Landois " nu kommt aber das Dilemma. Das erste, was ich den Alten frage ist, ob er immer noch so scharf hinter der Großmagd herstreicht. Da sagte Landois, habe er einen Knüppel genommen und den Hund tot geschlagen und Schulte-Niehoff sagte: "Landois, wat sin ich froh, dat de Rüe daut ist."

Der Baron Freiherr Giesbert von Romberg, genannt der "Tolle Bomberg"

hatte seinen Wohnsitz auf Schloß Buldern, er ist wohl das Münsterische Original, daß Münster durch seine Streiche und seinen unvorstellbaren Reichtum weltweit bekannt machte. Seine Streiche schockierten den Münsterischen und Westfälischen Adel immer wieder, so dass mehrere Male von Seiten der Verwandtschaft versucht wurde, ihn entmündigen zu lassen. Jedoch konnte er immer wieder nachweisen, daß er selbst bei dieser Lebensweise seine Zinseszinsen nicht Aufgebrauchen konnte. Seine bekanntesten Streiche waren seine Hochzeitsweltreise, seine Rasur auf dem Kutschbock vor dem Rathaus und der Sprung mit seinem Reitpferd über die Festtafel im Kaffee Middendorf. Buldern verdankt dem Tollen Baron seine Bahnstation. In Buldern hatte er so oft die Notbremse gezogen, sehr zur Freude aller Mitreisenden, die mit ihm dann immer den Zug verlassen konnten, bis die Bahn sich bequemte, eine Bahnstation einzurichten.

Der Türmer von Lamberti,

ein Original wie es nur noch wenige Städte mit Münster in Amt und Würden haben. Er bläst auch heute noch auf dem Lambertiturm ab 21.00 Uhr jede halbe und volle Stunde. Zu früher Zeit soll er jedoch nur jede volle Stunde geblasen haben. Den neuen Zeittakt führt man auf folgende Geschichte zurück. Brautpaare, die sich früher große Reisen nach der Trauung nicht leisten konnten, verbrachten meist ein paar Tage auf einem Bauernhof. So kam auch ein junges Paar auf den Hof Graute Schlautmann, um die ersten Flittertage dort zu verbringen. Beim Abendbrot hörte die junge Braut dann den Türmer seine Zeit blasen und fragte die Bäuerin, was das für ein wunderliches Tuten sei. Die Bäuerin antwortete mit Blick auf den jungen Bräutigam: "Das ist unser Türmer von Lamberti, der bläst die vollen Stunden an und erinnert die jungen Brautpaare an ihre ehelichen Pflichten. Die Braut sah ihren Bräutigam bedeutungsvoll an und sagte, siehste. Es dauerte nicht lange und mit einem "gute Nacht" ging das junge Paar zu Ruhe.

Am anderen Morgen kam als erster der Bräutigam herunter und fragte die Bäuerin, wo er den Bauern finden könne. Ihm wurde gesagt, das sich selbiger im Kuhstall aufhalte. Der junge Mann ging in den Stall zu dem Bauern und erkundigte sich, wo er den Türmer wohl treffen könne. Der Bauer meinte, wenn er nicht bei Stuhlmacher ist, dann finden sie ihn bei Lepper`s in Hals. Der Junge fand den Türmer dann auch bei Lepper`s mit seinem gewaltigen Horn an der Theke stehen. Er sprach ihn an und fragte, ob er gegen eine Bezahlung von 10 Reichsmark heute Abend nicht mal alle zwei Stunden blasen könne, worauf der Türmer erwiderte, das geht nicht, da war eben eine junge Frau bei mir und hat mir 20 Reichsmark gegeben, damit ich heute Abend alle halbe und volle Stunde blase.

Der Ziegenbaron "Baron von Renesse"

war der Gründer des Ziegenzuchtvereins und setzte sich für die Kuh des kleinen Mannes, wie er sie nannte, ein. Er war ein Original von altem Adel, aber bettelarm.

Seinen 100. Geburtstag hat die Stadt Münster dreimal gefeiert. Von ihm wird erzählt, daß er vor seiner letzten Geburtstagsfeier den damaligen Oberstadtdirektor Dr. Hermann Fechtrup auf dem Prinzipalmarkt getroffen habe. Seine Frage war: "Kuk an Fechtrup, wu gai`t?" "Gut", hat der geantwortet Dann fragte er ihn, ob er auch morgen zu seiner Geburtstagsfeier käme, was selbiger bejahte. Darauf wieder Renesse: "Wenn du kümms ,moss dii bücken un rückwärts mett Gatt de Düör loss stauten Fechtrup hatte dann gefragt: "Warum bücken und mit dem Hintern die Tür los machen? Darauf Renesse, "ja weil du die Hände doch sicher voll Geschenke hast."

Die Appeltiewen,

Fälschlicherweise wurden von einigen Schriftgelehrten die nach dem Krieg unter dem Bogen stehenden Obstverkäuferinnen als Appeltiewen bezeichnet.Dieses aber waren reine Obsthändler die ihre Waren von ansässigen Großhandel bezogen. Appeltiiewen waren die Frauen der kleinen Prumenkötter, deren Männer im niederen Dienst bei der Bahn oder Post standen. Die Frau versorgte den Haushalt, daß Vieh und den Garten, gemeinsam wurden nach Feierabend des Mannes die sonstigen Verrichtungen gemacht. Während der Mann seinen Dienst  verrichtete, ging seine Frau mittwochs oder samstags zum Wochenmarkt, um die Erzeugnisse aus Kötterei und Hausgarten anzubieten. Hierbei waren Pflaumen, Birnen, Äpfel, Beerenobst sowie Gemüse und Heilkräuter vorrangig, aber auch Ente, Huhn, Butter und Eier fehlten nicht im Programm. Die bei Post und Bahn beschäftigten Männer waren dafür bekannt, daß Sie dem Alkohol sehr oft und reichlich zusprachen. Daher hieß es im Volksmund, wenn beim Bauern ein Kalb geboren war, welches die Muttermilch verweigerte: "Dann sett em es ne Bahn or Postmüske upp, dann sallt wull supen. Ihren Standplatz hatten sie vor den Bögen des Prinzipalmarktes und später auf dem Domplatz. Nach dem Krieg sind Sie in dieser Form an den alten Standorten nicht mehr in Erscheinung getreten. Es war schade um sie, denn mit Ihnen verschwand ein Teil des alten Münsters, das einfach zum Wochenmarkt dazu gehörte.

Der Postbote "Overnüete"

war ein Original, welches im Überwasserviertel zu Hause war.Er war dafür bekannt, daß er die Post selten abgab, sondern vielmehr durch offene Fenster und Türen warf. So wurde er einmal von einer Hausbewohnerin auf diesen Umstand angesprochen und die sagte: " Sag mal Overnüete, ich hab da letztens einen Brief unterm Bett gefunden, der war Pfingsten geschrieben und nun haben wir bald Weihnachten, wie kommt denn das?" Overnüete antwortete ihr: "Dann biss Du en Old Schwiin un hess nich puzt, süss hiärs Du den Breef funnen.

Flörken und Kösters

waren Stadtmusikanten, die auf jede Feier gingen, eingeladen oder nicht. Sie kamen mit einem großen Trockenblumenstrauß, den Sie überreichten und machten Musik. Hatten sie genug gegessen und getrunken, gingen sie nach Hause, jedoch nicht ohne den Blumenstrauß wieder mitzunehmen für die nächste Feier.                                                                                     

 

 

 

 

 

Leierkastenmann Jans Giese

war ein Orgelspieler, der selbst vorm Kaiser beim Besuch in Münster seine Kunst zeigen durfte. Er führte ab da ein Schild mit an der Orgel "Kaiserlicher Hoforganist", er war in der ganzen Stadt bekannt und besonders uns Kindern hatte er es angetan.

                                                                                      

 

 

Franz Lepper,

war Braumeister, er hatte seine Altbierbrauerei auf der Krummestraße 21-22 in Ludgerii Diese Altbierbrauerei ist nachweislich eine der ältesten Münster`s mit. In den vielen von Landois geschriebenen Büchern (siehe Bericht Professor Landois) wird immer wieder von dieser Urigen Braukneipe gesprochen. Nach seinem Tod heiratete die Witwe Lepper den seit Jahren bei ihm tätigen Braumeister Franz Eichel, der mein Großvater wurde.Ein Original, wie er im Buche steht und wahrscheinlich hat vieles von ihm auf mich abgefärbt. So hatte seine Frau, die nur die Lepper`sche genannt wurde, ihren eigenen Kopf. Der Junglehrer aus Ludgerii hatte das einmal zu spüren bekommen. Der Kupferschmied Franz Essink, der täglicher Stammgast war, kam eines Morgens und schien nicht den besten Tag zu haben. Die Lepper`sche, die ihn nach der Ursache fragte, bekam zur Anwort, er habe noch nicht gefrühstückt. Worauf sie ihm antwortete: "dat sall ik wull maken."

Nach kurzer Zeit kam sie wieder mit einem Teller, auf dem eine große Scheibe Weißbrot mit Schinken belegt lag, der über den Tellerrand hing und in der Mitte leuchteten zwei goldgelbe Spiegeleier.Der Junglehrer, dem beim Anblick dieser Pracht das Wasser im Munde zusammenlief, fragte : "Frau Wirtin, könnte ich auch wohl solch ein Schnittchen haben?" Die Lepper`sche hatte daraufhin gesagt: "Sind se verhierot, was der Lehrer bejahte und sie ihm antwortete: "Dann gaot se men nao Hues un laot dat van oere Frau maken." 

Diesem stand Franz Lepper aber nicht viel nach.So erzählte mir meine Mutter von einem Kegelabend, bei dem Landois, Essink, mit einigen anderen Stammgästen kegeln wollten, was aber nicht möglich war, da bereits Studenten auf der Bahn waren. Lepper sagte aber, das er das schon regeln würde und ging fort, kam nach kurzer Zeit wieder und sagte: "Jii küent kiärgeln, ik hev`t öer döer de Blome to verstohn giäven dat se uphoern moessen", was bei Landois die Frage auslöste: "Wiso dör de Blome?" und Lepper sagte : "Ik hev oer de Bälle wegnuomen.

Franz Essink

ist in dem Buch von Professor Landois schon hinreichend beschrieben worden und doch möchte ich nicht schließen, ohne folgende Geschichte zum Besten zu geben. Essink, der als Kupferschmied stinkend reich war,wie man zu sagen pflegte, war aber für seinen Geiz bekannt.So war er nach einer Zechtour mit Bomberg und Landois ausgezogen worden, man hatte ihn in eine Mönchkutte gesteckt, eine Tonsur geschoren und an die Pforte des Franziskanerklosters gestellt.

Der Bruder Pförtner, der den Prior geholt hatte, ordnete an, daß er dafür in die Sonderzelle komme, um seinen Rausch auszuschlafen. Essink, der am anderen Morgen nicht wusste, wie ihm geschah war, machte fürchterlichen Krach.Der Prior machte ihm Vorhalte wegen seines Lebenswandels und Essink sagte ihm: "Ik sin kiin Paoter. Gaoht se men es nao de Raudenburg 21 un fraogt, ob Franz Essink in Huuse iss. Wenn nich, dann sin ik dat."

Schlossermeister Böhmer

war ein Schlossermeister der seine Schmiede auf der Aegidistraße hatte ihm wurde nachgesagt das er auch Zähne zog .So soll er den leidgeprüften einen Pechfaden an den kranken Zahn gebunden haben welches er an seinem Amboß befestigt hatte.

Er schmiedete dann sein Eisen welches er zuvor in Glut gebracht hatte und schoß nach einer Weile mit dem Eisen dem Kranken vors Gesicht welcher dann zurückzuckte und sich dabei den Kranken Zahn ausriß.

Putz Kühn

war Polizist (Putz) und hatte sein Dienstzimmer an der Ecke Lüttke Gasse und Aegidistraße.

Sein Dienstzimmer hatte als Nachteil keinen Toilettenraum . Um seine Notdurft zu verrichten mußte er immer quer über den Aegidiplatz in die Kaserne der Soldaten. Er soll er sehr unbequemer Zeitgenosse gewesen sein der kleinste Vergehen mit drastischen Geldbußen ahndete.

Die so gebeutelte Bevölkerung rächte sich aber immer wieder damit, daß sie seine Fressgier ausnutzte. Sie stellten ihm dann und wann ein opulentes Mittagsmahl vor seine Tür welches mit reichlich Rizinusoel versehen war. So dauerte es dann nicht lange bis man Putz Kühn im Laufschritt über den Kasernenplatz zur Latrine laufen sah. Zum ergötzen der Anwohner .

 

Adam und Eva

waren die Vorläufer der heutigen Fecht oder Wermutbrüder. Sie trugen alles was ihnen gehörte am Körper. Er bis zu 3 oder 4 Anzüge und Mäntel, sie 5- 6 Kleider Bettelnd zogen Sie durch Münster wobei Gaststätten bevorzugt wurden .In allen münsterischen Kneipen war es immer das gleiche Ritual. Es gab einen kurzen (Schnaps) und ein Bier. Sie trank seinen Schnaps immer als erstes mit und sagte dann:" er kann die kurzen nicht so gut haben .

 

 

Otternjäger Kammlage

hatte bis zum Kriegsbeginn 1939 für die Sauberhaltung der Teiche innerhalb des Stadtbereichs zu sorgen . Er hatte die Engelschanze die Kreuzschanze den Kanonengraben und die Schloßgräfte von Bisamratten und sonstigen Tieren frei zu halten .

 

 

 

 

 

Die Blumen Marie

hatte ihren Stammplatz an der Engelschanze und verkaufte dort ihre selbst gepflückten Blumen. Schlüsselblumen und Wiesenschaumkraut.Sie starb als eine vermögende alte Frau und vererbte ihren Reichtum den armen Klarissen an der Scharnhorststraße.                                                                                      

 

 

 

 

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Willy Eichel – Ehrensenator - Ehrenbaas und Gründer der KG Paohlbürger Münster e.V.