Das Tennengericht       

                      Idee und Ausführung Willy Eichel erstmals in der Bockwindmühle    

                                                 von Theo Breider 1964   

 

v.links  Paul Bröskamp Fordhaupthändler-Wolfgang Albert Dir.Sauerstoffwerk- Josef Lange Möbelhändler - Max Klippel Baustoffgroßhändler -Hans Schweifer Prokurist -Joachim Knieps Bankdir. Theo Breider Verkehrsdir.-Hubert Sievers Zechendir.- Anton Bache Arbeitsdir.-Berthold Bonk Fabrikant - Else Weeks Vizepräsidentin des DRK-Landesrat Heinrich Alstedde 

Das erste Tennengericht fand 1964 - 65 anlässlich  der Gründung des Ehrensenats im Mühlenhaus bei Theo Breider statt.                                                                                                                                                                 

                                                                                                                     

 

 

 

 

 

Der beste Richtertisch den es je gab, unerreicht an gehobenen Humor von lks.  

Dr. Albrecht Beckel - Willy Eichel - Norbert Zellerhoff -Conny Rieverts - Dr. Peter Schmidt ganz rechts vorne.Vvor Gericht standen an Prominenten: Der Blinde Sänger Wolfgang Sauer , Der Bundesaußenminister Hans Dietrich Genscher - Das M.d.B Dr. Friederich Adolf Jahn - Landgerichtspräsident Walter Drerup Staatsanwalt Dr.Jur Peter Schmidt

Musik: "Blöder Laden"hier anklicken

Das traditionelle Tennengericht, dessen geistiger Vater ich bin, wurde in der Session 1964/65 erstmals in der alten Bockwindmühle am Aasee beim Mühlenhoferbauer Theo Breider durchgeführt. Theo Breider war ein alter Bekannter und uns verband eine mehr als herzliche Freundschaft. Ehrensenatoren vor ein Närrisches Gericht zu stellen, fand seine helle Begeisterung und seine Unterstützung war mir von Anfang an gewiss. Zeigte der Name "Paohlbürger" schon das es sich um eine Bodenständige Zeremonie handeln sollte, musste die Abwicklung einschließlich der Umgebung dem ganzen Charakter entsprechen .Schon die erste Tennengerichtssitzung wurde Dank der Büttenredner –Akteure Norbert Zellerhoff - (Polizei und Anklage) Willy Eichel - Toller Bomberg (Verteidigung), Hubert Conen (Richter) - Franz Josef Ahlers (Präsident) ein Bombenerfolg. Im darauffolgenden Jahr war der Richtertisch mit Erwin Königsmann und Hubert Conen besetzt. Mein Büttrednerkollege Hans Jürgen Gartzke war Staatsanwalt, ich kann sagen klein aber oho und ich war in der Rolle des Verteidigers tätig .Als Polizist wirkte der spätere Präsident der "Witten Müse" Horst Weiß .Mit dem Ausscheiden von Hubert Conen wurde Norbert Zellerhoff erster und ich zweiter Richter, der Stadtdirektor von Wolbeck Dr. Bernward Löwenberg Verteidiger und mein kleiner Kollege Hans Jürgen Gartzke, Staatsanwalt. Schon damals eine Bombenbesetzung. Durch den Ratsherrn der Stadt Hamm und Ehrensenator unserer Gesellschaft Helmut Schomaker, wurde uns eine professionelle Spitzenkraft, ein echter vor Gericht tätiger medizinischer Sachverständiger zugeführt.

Der ltd.Obermedizinaldirektor des Gesundheitsamtes der Stadt Hamm Dr. Helmut Schulz - Kallenbach war mit einem Mutterwitz versehen, der seinesgleichen sucht. Die Balken des altehrwürdigen Mühlenhauses bogen sich im wahrsten Sinne des Wortes vor Lachen und selbst bei höchster Prominenz blieb kein Auge trocken. Das war politische Kleinkunst in höchster Vollendung . Diese Form des Tennengerichts wurde nach dem Tod des Ehrensenators Lt.Dir. Dr. Helmut Schulz Kallenbach nie wieder erreicht.Durch den Wegzug des Verteidigers Dr. Löwenberg wurde dieses Amt wieder von mir übernommen und in der Rolle des Richters war mein Büttrednerkollege Norbert Zellerhoff weiter tätig. Es zeigte sich, daß diese Besetzung ideal war. Zwar versuchten sich der ein oder andere Anwalt, unter anderem einmal Dr.Leyers, vom Fachlichen waren sicher die besten Voraussetzungen gegeben, nur fehlte der Humor. Das änderte sich schlagartig, als mit dem Umzug in den von mir erbauten Spieker bei Schloß Hohenfeld, für das Tennengericht der bekannte Münstersche Rechtsanwalt Dr. Peter Schmidt gewonnen werden konnte der zeitweise seinen Referendar Wolfgang Schmidt mit einführte. 

Es zeigte sich, daß er genau wie Dr. Helmut Schulz - Kallenbach über enorm viel Mutterwitz verfügte. Hatte ich bislang, die Vergehen in Laienhafter Form gefertigt, stellte er jetzt für die Angeklagten die ersten humorvollen Anklageschriften zusammen, sie waren das Tüpfelchen auf dem I . Gar manchem Angeklagten rutschte das Herz in die Hose, wenn Ihm diese Anklageschrift von einem echten Anwaltsbüro zugestellt wurde .Mit dem Chefredakteur der Münsterischen Zeitung Conny Riewerts, waren beide ein unschlagbares Team. Unvergessen ist der Schlagabtausch zwischen Dr. Albrecht Beckel als Verteidiger und den beiden Obengenannten in der Gerichtsverhandlung gegen den  damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau. Das Optimum an Flair und gehobenem Humor. Leider mußte das Tennengericht bald darauf auf diese beiden hervorragenden Leute verzichten. Bei Conny Riewerts war es sein beruflicher Werdegang, der ihn als Chefredakteur nach Oldenburg verschlug und bei Dr. Peter Schmidt eine schlimme Krankheit. Für den schwererkrankten Dr.Helmut Schulz-Kallenbach folgte jetzt als medizinischer Sachverständiger der bekannte Internist Dr.Valentin Glombitza.

In dem MdB Jürgen Möllemann kam auch mit Helmut Müller, ein Topjournalist der WN, der aber leider infolge Krankheit ebenfalls bald ausschied. Mit Armin Halle von SAT 1 hatte das Tennengericht dann wieder ein komplettes Team, lebte aber jetzt von dem einmalig trockenen Humor meines Mitgründers und Büttrednerkollegen Norbert Zellerhoff.

Bis zu meinem Ausscheiden aus der Gesellschaft war ich bemüht, den karnevalistisch humoristischen Charakter im Tennengericht beizubehalten. Vor allem, wurde für eine große Zahl von angehenden Ehrensenatoren auch keine Patenschaft mehr, übernommen. Ein Pate war jemand der die anfallenden Kosten eines prominenten angehenden Ehrensenators übernahm. Die Größen der freien Wirtschaft waren es, die zum Ehrensenator geworden hier früher helfend einsprangen. An erster Stelle stand hier die Fa.Pebüso - Betonwerke Heribert Büscher, der Landschaftsbau Dipl. Ing. Karl Benning der Musikproduzent Thomas Grohmann der Partie Service Josef Daldrup der Immobilienmakler Erwin Lass der Ratsherr Ernst Brück und eine Reihe von Lieferfirmen der Pebüso - Betonwerke die über den damaligen Prokuristen und Vizepräsidenten im Ehrensenat, Hans Schweifer angesprochen wurden.

Es bleibt festzuhalten das der im Jahre 1980 in den Verein gekommene Herbert Loos, von mir im Jahre 1984 zum Ehrensenatspräsidenten ohne Wahl ernannt wurde. Dieser nutze das Tennengericht jetzt immer mehr privat geschäftlich für sich und seine Sportfirma - SMO. Die Exklusivität ging restlos verloren. Der eigentliche von mir gedachte Zweck des Karneval wurde mehr und mehr vergessen. Das Tennengericht wurde zum Massenauftrieb für Selbstdarstellung und belastete die Kasse des Fördervereins enorm. Diese Gelder wollte ich aber nicht mehr zusammen betteln. Es zeichneten sich jetzt immer größere Probleme ab, da die wirklichen Politgrößen auch kein Interesse daran hatten, in einem Konvoi von Angeklagten vor dem Tennengericht zu erscheinen. Es sollte auch nicht vergessen werden das ja keiner der hohen Herren die aus der Politik kamen auch nur einen Pfennig als Spende brachten ganz davon abgesehen zahlten sie nicht einmal Beitrag. Ihre Ansprüche aber konnten sich sehen lassen. Die Folge war unter anderem auch, ein roulierender Rücktritt der Vizepräsidenten. Bis zu meinem Ausscheiden hatte der gewesene Ehrensenatspräsident Herbert Loos auch keinen Anteil am zustande kommen einer Mitgliedschaft der führenden Politiker bis 1994."Ab alio amentatas hastas torquere "Auf gut deutsch:"Er verschoss die Pfeile die ein anderer geschnitzt hatte". Er war vielmehr darauf bedacht seine Sportfirma SMO Werbemäßig auf Kosten des Fördervereins zu vermarkten. Dabei war ihm jedes Mittel recht. Für die Gesellschaft zeichnete sich mit Herbert Loos , Heinz Seeger und Günther Rphlmannn der Abstieg in die untere Klasse der Vereine ab. Die von ihm angekündigten großen Spenden für seine Sportler-Schiedsrichter und Politiker sind nie gefunden worden. Er schädigte die Gesellschaft in einer nie gekannten Form. Die nicht nachvollziehbaren Abrechnungen waren bei Heinz Seeger das Problem es fehlte sehr viel Geld. Bei Günther Rohlmann war mit seiner Firmenpleite und seiner Scheidung alles zu Ende. Für den von mir 1984 ernannten Ehrensenatspräsidenten Herbert Loos kam mit seinen schweren Verfehlungen 1995 das Aus, er wurde aller Ämter enthoben.  

Der Richtertisch wurde ab 1995 immer mehr mit Leuten besetzt denen der Humor restlos verlorengegangen war. Schade, Politik und Humor haben nun mal nicht ganz viel gemeinsam und wenn dann noch geschäftliche Verbindungen rigoros auf Kosten der Gesellschaft abgewickelt werden, ist das Ende vorprogrammiert. Nach dem Austritt des gesamten aktiven Vorstandes und aller großen Sponsoren im Jahre 1995 war die Exklusivität des von mir geschaffenen Tennengerichts zu Ende. Heute müssen sich die neuen Leute für das Tennengericht Angeklagte Kaufen . Die wirkliche Prominenz kommt auch nicht mehr zu den Veranstaltungen.      

Karneval ist Kunst und Kunst kommt von Können. Das Tennengericht sollte weiter leben, jeder Mensch ist zu ersetzen, sagt man. Nur bei Dr.Peter Schmidt, Conny Riewerts, Helmut Müller, Dr. Helmut Schulz Kallenbach ,Norbert Zellerhoff und Willy  Eichel bleibt das Ersetzen Ersatz. Ausschnitte vom Tennengericht können in der Videoaufzeichnung gesehen werden. 

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Gründer,Ehrensenator und Ehrenbaas der KG Paohlbürger – Geistiger Vater des Tennengerichts