Der  Münsterische Karneval, der Bürgerausschuß,die Presse MZ und WN   

                          Der Bürgerausschuß zur Förderung des Münsterischen Karneval, der vor dem Krieg mit großem Erfolg arbeitete, sah in seiner Führungsspitze den Direktor der Wirte- einkauf "EDEWE" Georg Steingass. Mit ihm zusammen waren es die Präsidenten der 4 Münsterschen Karnevalsgesellschaften Freudenthal-Aegidii-Altstadt -Die Wiedertäufer und die Buddentürmer. Es war eine kleine, aber feine Gemeinschaft, die überaus aktiv die Fäden des Münsterischen Karneval in der Hand hatte. 80 Prozent der Münsterschen Gastwirte waren von Ihnen als Mitglieder geworben worden. Mit einem geringen Jahresbeitrag und Spenden für den Rosenmontagszug leisteten sie eine enorme Unterstützung. Da es von Seiten der Stadt Münster keinerlei Beihilfen gab, mussten immer wieder neue Wege gefunden werden, damit der Karneval, insbesondere der Rosenmontagszug, seine jährliche Steigerung erhielt. Alles in allem waren immer wieder Eduard Hagedorn, Kittken Wagner, Bernhard Zander, Georg Steingass, Heinrich Löfken, Josef Schmelter, Ferdi Gillen, Bernd Lohaus, um nur einige zu nennen, die unermüdlich für Spenden und Wurfmaterial für die Rosenmontagswagen sorgten. Ein großer Teil war Obst. Jedes Jahr wurde ein Teil des Wurfmaterials in der Scheunendurchfahrt zur Altbierbrauerei "Leppers in Hals - Sängerklause Eichel" gelagert.

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Josef Schmelter war   Stammgast und wohnte bis zum Kriegsbeginn in Alt Ludgerie.Er war einer der besten Fotographen mit einem eigenen großen Fotogeschäft und Atelier in der Hammerstraße.Im Jahre 1934 wurde sein Sohn Reinhold geboren der vorbelastet durch seinen Vater in das höchste Amt im Karval aufstieg und nach dem Krieg im Jahre 1977   als Prinz Karneval mit vielen von ihm getexteten und komponierten Karnevals und Heimatliedern seine Untertanen begeisterte. !939 fand der letzte Rosenmontagszug vor dem Krieg statt. Nach dem verlorenen Krieg kamen schon früh, im Jahre 1945, die ersten Karnevalisten der KG Wiedertäufer vom Buddenturm und 1946 die Karnevalisten der KG Freudenthal unter Eduard Hagedorn wieder zusammen. Das alte Brauhaus "Leppers in Hals- Eichel", welches durch Bomben restlos zerstört wurde, stand für Zusammenkünfte nicht mehr zur Verfügung. Aus kleinen Anfängen starteten nun die ersten Gesellschaften Wiedertäufer, Freudenthäler und die neu ins Leben gerufene "Narrenzunft vom Aasee" als Nachfolger der KG Aagidii-Altstadt  unter ihrem Präsidenten Georg Schüring. Nach und nach wurden durch immer mehr zurück kommende Karnevalisten, sagen wir besser Menschen, die den Humor und die Lebensfreude nach den Jahren der Entbehrungen wieder entdeckt hatten, vergrößert. Die Veranstaltungen in zum Teil selbst fertig gestellten Räumen brachten schon zum Teil großartige Sitzungen auf die Beine. Der Gründer des Bürgerausschusses zur Förderung des Münsterischen Karneval Papa Steingass startete mit Heinrich Löffken, Mäkki Reuter, Eduard Hagedorn, Matthias Lückertz, Hans Nienhaus, Ferdy Stolle, sowie Manfred Hartmann den Neuanfang . Ab diesem Zeitpunkt waren die ersten regelmäßigen Versammlungen in der Gaststätte Kranefeld, die sich mit den Vorbereitungen für den ersten Rosenmontagszug nach dem Krieg beschäftigten. Es waren die Besten, die sich sofort an die Arbeit machten, eine tolle Truppe, die unentgeltlich für den Münsterschen Karneval tätig war. Unerlässlich war es, dass jetzt wieder Gelder beschafft werden mussten und so waren es die alten, inzwischen aus den Alliierten Internierungslagern entnazifizierten Karnevalisten, die nach erneuter Entnazifizierung diesmal durch einen mit"Fachleuten" besetzten Münsterschen Vorstand für gut befunden wurden, wieder an der Freude arbeiten zu dürfen. Es war schon eine verrückte hohe Zeit für Denunzianten und miese Typen, die sich da besonders hervortaten. Viele der alten Karnevalisten und Kriegsteilnehmer zogen sich zurück. Neue Jüngere kamen nach, die, außer, dass sie Mitglied der Prinzengarde waren, keinerlei Qualitäten hatten. Nur maaste sich mancher an, als Fachmann für Büttvorträge und Lieder erfahrenen Akteuren ihre Vorträge zu kontrollieren. Diese Wichtigtuer der Prinzengarde besaßen sogar die Frechheit, während einer Veranstaltung, wie es auch mir passierte, mich während des Vortrages aus der Bütt zu holen, weil der Prinz eingetroffen war. Diese Leute glaubten allen Ernstes, der Prinz und die Prinzengarde sind das Wichtigste und Warten kam für sie nicht infrage. Es gab gute, wirklich gute Prinzen mit Witz und Humor und einigen, die mit einer hervorragenden Stimme gesanglich das Publikum zu begeistern verstanden, der andere Teil aber ist über ein Normalmaß nicht herausgekommen. Wenn man überlegt, dass unsere großen Büttkanonen Walter Schwienhorst, Güther Klett, Rudi Grevsmühl, Norbert Zellehoff, Willy Eichel, Peter Dräger, Toni Martin, Pilo Schuhmacher, Mäkki Düllberg, Bernd Lohaus, nur um einige zu nennen, neben den Spitzensängern Kurt Adolf Thelen, Lothar Thelen, Hans Herbrich, Fred Gitto, Horst Witte,Heinz Eissing,  dazu kamen, Spitzengesangsgruppen, Tanzgarden und Balletts, wie das Christel Mannefald Ballett, in dem auch Ute Lemper ihre ersten Tanzschritte unternahm.

 

 

 Das Christel Mannefeld Ballett mit Ute Lemper dritte von links

Es war eine Menge, was Münster zu bieten hatte, nur wurde das alles immer wieder von Nieten und Nichtskönnern madig gemacht. Hier spielte auch schon die Presse durch eine schlechte Berichterstattung mit.  Die Münsterischen Karnevalsvereine bewegten sich, wenn es hoch kam, mal auf einer Seite. Querelen, wie sie in jeder Gesellschaft vorkamen, wurden zu handfesten Stories hochgepowert und meistens endete diese Sache in der Gründung einer neuen Karnevalsgesellschaft. Eine Sachgerechte Unterstützung hat es von Seiten der Presse nie gegeben. Es kam eine Zeit, in der sich der neue Bürgerausschuß zur Förderung des Münsterischen Karneval immer mehr in den Vordergrund spielte. In den Versammlungen, auf denen es um die Rundfunksitzungen mit dem NWDR ging, unter anderem die Sitzungen mit dem großen 4 Städte Wettstreit Köln - Aachen - Düsseldorf - Münster mit den beiden Sitzungspräsidenten Jack Köngstein, Aachen und Mäkki Reuter, Münster wurden die Akteure, Büttredner, Sänger, Tanzcorps, eben die ganze Palette der aktiven Karnevalisten immer wieder vergattert von den Möchtegern Karnevalisten. Bei allen Veranstaltungen des Bürgerausschusses mit dem N.W.D.R und bei den anschließenden Feiern war von den im Programm aufgetretenen Akteuren niemand eingeladen. Immer schon machte eine gewisse Gruppierung nach Ihrem Ermessen das Einladungsprogramm. Neuerdings kam einer auf die Idee, dass die Münsterschen Karnevalsvereine an den Bürgerausschuß nach Mitglieder Stand Beiträge entrichten sollten.Ich habe das nie eingesehen. In allen Versammlungen habe ich immer die Einwände der Gesellschaften vertreten. Es gab mal eine Zeit, da war der Bürgerausschuß die Anlaufstelle für den Rosenmontagszug bei Material, Dekorationen, Malern, Grafikern und allem, was sonst noch gebraucht wird. Er unterstützte die Gesellschaften, die ohnehin ihre Gelder für die Spielmannzüge und Musikgruppen dringend gebrauchten. Hierbei wurde ein nicht unerheblicher Beitrag von den Kaufhäusern Münsters und deren Dekorations-Abteilungen gestellt. Auch in der Zeit vor dem Krieg, da waren es noch die Münsterischen Gastwirte, zu denen auch meine Mutter als Wirtin das alte Brauhaus" Lepper `s in Hals", später  "Sängerklause" zählte, jährlich die Spenden für den Rosenmontagszug gaben. Aufgewachsen in dem Kreis der alten Freudenthaler versuchte ich nach dem Krieg mit dem Aufbau der Karnevalsgesellschaft  KG Narrengarde Paolbüörger frischen Wind in die karnevalistische Szene zu bringen, merkte aber sehr bald, dass das garnicht gewünscht war. Für meine Kontakte nach Köln und Düsseldorf wurde ich in Acht und Bann geschlagen, dabei war diese Idee gar nicht von mir, sondern von den alten Freudenthalern unter Pinkus Müller ins Leben gerufen worden. Von meiner Mutter wusste ich, dass jährlich eine Gemeinschaftssitzung mit der Großen Kölner Karnevalsgesellschaft unter Ihrem Präsidenten Fritz Maas und der KG Freudenthal unter Pinkus Müller stattfand, nach der immer einige Elferratsmitglieder aus Köln bei uns Zimmer belegt hatten.               

                     

In späteren Jahren wurde alles, was Willy Eichel an großen Sachen anfasste, immer wieder belächelt oder schlecht gemacht. Selbst vor Behauptungen, wie Willy Eichel macht jetzt  einen eigenen Prinzen, machte man nicht halt. Dabei wollte ich nur eines, dass sich der Prinz bei seinen Besuchen an die Zeit hielt. Die besten Büttredner, Sänger, Musikgruppen und Rheinische Karnevalisten waren unter meiner Führung in unseren Galasitzungen zu sehen, daher war eine fast minutiöse Zeiteinhaltung nötig. Jeder Verein, der was auf sich hält, hat aber auch damit zu kämpfen, Besserwisser, in Zaun zu halten. So wurden auch in der von mir gegründeten und aufgebauten Gesellschaft durch den Steuerberater bei der Übergabe große Unterschlagungen und Unregelmässigkeiten durch den Präsidenten und Ehrensenatspräsidenten festgestellt. Die Münsterische Presse WN und MZ, die von mir mit handfesten Belegen informiert wurde, ging auf diese Tatsachen nicht ein. 

Beide Zeitungen können heute für sich in Anspruch nehmen, die größte und attraktivste Karnevalsgesellschaft in Westfalen ,die zu den besten in Deutschland zählte,  mit Ihren unwahren Berichten schwer geschadet zu haben. Sie wurden zum Totengräber dieser Gesellschaft. Diese Gesellschaft mit 850 Mitgliedern hat heute noch gerade mal einen Rest Mitglieder. Sehen Sie sich die Ausführungen meiner Homepage bis in das Jahr 1995 an.

Unter meiner Führung wurden mit den Kunden der Firma "Pebüso-Betonwerke"- Heribert Büscher 2 Clubhäuser gebaut mit dem ersten Karnevalsmuseum für die Stadt Münster, ein Fahrzeugpark mit 1 Ford Buss ,2 VW Bussen, einem Übertragungswagen mit Rundfunk und Fernsehen angeschafft, der Jagdwage n des "Tollen Bomberg" besorgt und restauriert. Das 1.Bischöflich Münstersche Offizierscorps mit 70 Mitgliedern ins Leben gerufen und aufgebaut und bezahlt. Heute nur noch vorhandener Restteil " Lützow`s wilde verwegene Jagd. Wenn Münster heute eine karnevalistische Diaspora gegenüber anderen Karnevalshochburgen darstellt, ist das darauf zurück zu führen, dass wirkliche gute Karnevalisten nur noch wenig zu finden sind. DIe wirklich aktive Arbeit zu machen, dazu fehlen einfach Idealisten. Ich habe früher den Verein geführt nach den Worten "verlange nichts von Deinen Leuten, was Du nicht selber kannst". Der Bürgerausschuß zur Förderung des Münsterschen Karneval sollte sich darauf wieder besinnen und sich nicht von den Karnevalsgesellschaften unterhalten lassen, dafür müßte er den Gesellschaften erst einmal erklären, was er für sie leistet.  Der heutige Bürgerausschuß sollte den Gesellschaften ihr bischen Bares lassen und sich selbst bemühen Geldquellen aufzutun, wie das immer gewesen ist.

Der Rosenmontagszug muss wieder in der Form wie er früher einmal war, mit Spielmannzügen und Musikkapellen aus den Umliegenden Orten besetzt werden. Sicher kosten die Musiker und Kostüme Geld,aber die dafür erforderlichen Gelder können aus den nicht mehr benötigten Holländischen Wagen kommen . Sind wir doch mal ehrlich dieser Krach den diese Wagen produzieren und auf die Techno LKW mit den betrunkenen jugendlichen kann ebenfalls verzichtet werden .